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Philipp Melanchthon
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Philipp Melanchthon (eigentlich Philipp Schwartzerdt enthaltend mit ÎŒÎÎ»Î±Ï mĂ©las âschwarzâ und ÏΞÏΜ chtĆn âErdeâ die GrĂ€zisierung Melanchthon fĂŒr Schwartzerdt; * 16. Februar 1497 in Bretten; â 19. April 1560 in Wittenberg) war neben Martin Luther der wichtigste kirchenpolitische Akteur und theologische Autor der Wittenberger Reformation.
Von Johannes Reuchlin empfohlen, erhielt der junge TĂŒbinger Humanist 1518 den Lehrstuhl fĂŒr Altgriechisch an der UniversitĂ€t Wittenberg. Er stellte sich dort mit einem Programm zur UniversitĂ€tsreform vor. Als einer der damals besten Kenner des Griechischen sah er im Studium der drei alten Sprachen einen Weg der Persönlichkeitsbildung. In den 1520er Jahren konnte er als Rektor in Wittenberg sowie als SchulgrĂŒnder seine ReformplĂ€ne verwirklichen. Die Regeln der Rhetorik machte er fĂŒr das VerstĂ€ndnis antiker Texte fruchtbar, und die FĂ€higkeit, ein Thema im Zusammenhang und in ansprechender Form darzustellen, wurde von den Wittenberger Studenten anstelle der traditionellen scholastischen Disputationen eingeĂŒbt.
Melanchthon begleitete Luther 1519 zur Leipziger Disputation und profilierte sich danach als dessen ParteigĂ€nger. Mit den Loci communes legte er 1521 eine evangelische Dogmatik vor. Da Luther als GeĂ€chteter in seinen Reisemöglichkeiten eingeschrĂ€nkt war, vertrat Melanchthon die Wittenberger Positionen bei Reichstagen und ReligionsgesprĂ€chen. Mit der Confessio Augustana und der zugehörigen Apologie verfasste er 1530/31 zwei bis heute maĂgebliche Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg (1547) suchte Melanchthon Kompromisslösungen, was ihn in Gegensatz zu Matthias Flacius und seinem Kreis brachte. Der Adiaphoristische Streit war auch ein Streit um Melanchthons persönliche IntegritĂ€t, in dem sich das konfessionelle Luthertum letztlich gegen ihn entschied.
Obwohl Melanchthon seit 1560 als Praeceptor Germaniae (âLehrer Deutschlandsâ) bezeichnet wurde, gingen von seinem Werk auch europaweite Wirkungen aus: MelanchthonschĂŒler prĂ€gten die lutherischen Kirchen in Skandinavien und SĂŒdosteuropa. Melanchthon stand in extensivem brieflichem Austausch mit anderen Reformatoren, darunter Johannes Calvin in Genf und Heinrich Bullinger in ZĂŒrich. Melanchthons Einfluss auf die Reformierte Kirche geht vor allem auf den Heidelberger Katechismus zurĂŒck, dessen Hauptverfasser, Zacharias Ursinus, sein SchĂŒler war.
Lange galt Melanchthon vor allem als Mitarbeiter Luthers. Die neuere Forschung nimmt stĂ€rker die EigenstĂ€ndigkeit seines Denkens wahr. Als Bildungsreformer trug Melanchthon zur Etablierung der heutigen Naturwissenschaften an den UniversitĂ€ten bei. Er sah den Fortschritt stets in der ErschlieĂung antiker Quellentexte. Das heliozentrische Weltbild des Nikolaus Kopernikus hielt er fĂŒr Spielerei, akzeptierte es aber zögernd als Denkmodell. Die neuen anatomischen Kenntnisse, die Andreas Vesalius durch Leichenöffnungen erzielt hatte, verfolgte er interessiert, verband sie aber auch mit den Erkenntnissen des Gelehrten und Arztes Galenos von Pergamon (2. Jahrhundert n. Chr.).
Contents
âą Leben
âą Bildungsweg
âą Familie
âą Beisetzung
âą Werk
âą Mathematik
âą Theologie
âą Medizin
⹠DenkmÀler
âą Gedenktage
âą Literatur
âą Hilfsmittel
âą Lexikonartikel
âą Biografien
âą Einzelaspekte
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Leben
Elternhaus und Kindheit
Philipp Melanchthons Vater, der Waffenschmied Georg Schwartzerdt (um 1459â1508), stammte aus Heidelberg und hatte das Amt des kurfĂŒrstlichen RĂŒstmeisters inne. Seine Mutter Barbara Reuter (1476/77â1529) war eine Tochter des Kaufmanns und BĂŒrgermeisters von Bretten Johann Reuter (â 1508) und dessen Frau Elisabeth geb. Reuchlin (â 1518). Da Georg Schwartzerdt als Vorsteher der kurfĂŒrstlichen Waffenkammer beruflich viel unterwegs war, wohnte die junge Familie im Haus der Schwiegereltern Reuter am Brettener Marktplatz. Vier Jahre nach der EheschlieĂung 1493, am 16. Februar 1497, brachte Barbara Schwartzerdt dort ihren Ă€ltesten Sohn zur Welt.cite-ref-1[1] Bei der Taufe in der Brettener Stiftskirche erhielt der Junge den Namen Philipp zu Ehren des KurfĂŒrsten Philipp des Aufrichtigen von der Pfalz.cite-ref-leben-1-2-0[2]cite-ref-3[3] Er hatte vier jĂŒngere Geschwister: Anna (* 5. April 1499), Georg (* 1500/1501), Margarete (* 17. MĂ€rz 1506) und Barbara (* 1508).cite-ref-4[4]
Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504/05 erlebte der siebenjĂ€hrige Philipp mit, wie ein Heer Herzog Ulrichs von WĂŒrttemberg das stark befestigte kurpfĂ€lzische Bretten belagerte, allerdings vergeblich.cite-ref-tre-1-5-0[5] Georg Schwartzerdt war wĂ€hrend des Krieges mit der kurfĂŒrstlichen Artillerie in Mannheim, er kehrte als chronisch kranker Mann nach Hause zurĂŒck. Die Familie meinte, sein Leiden sei eine Folge davon, dass er aus einem vergifteten Brunnen getrunken habe. Aber seine Krankheit kann auch Folge seines berufsbedingten stĂ€ndigen Kontakts mit Chemikalien gewesen sein.cite-ref-leben-1-2-2[2]cite-ref-6[6]
In Melanchthons Elternhaus wurde eine intensive Laienfrömmigkeit nach klösterlichem Vorbild gelebt.cite-ref-7[7] Mit groĂem zeitlichem Abstand erinnerte sich Melanchthon 1554 in einem Brief, dass der Vater ihn zwei Tage vor seinem Tod zu sich rief, ihn zu einem religiösen Leben ermahnte und betete, dass Philipp in kĂŒnftigen politischen VerĂ€nderungen von Gott geleitet werden möge. Dann sei er nach Speyer geschickt worden, um das Sterben seines Vaters am 27. Oktober 1508 nicht mitzuerleben.cite-ref-8[8] Kurz zuvor, am 17. Oktober, war bereits der GroĂvater verstorben. Der elfjĂ€hrige Philipp und sein jĂŒngerer Bruder Georg wurden nach Pforzheim zu einer entfernten Verwandten gebracht: zu Elisabeth Reuter, der Schwester Johannes Reuchlins.cite-ref-9[9]
Bildungsweg
Lateinschule Pforzheim (1508â1509)
In Pforzheim besuchten die BrĂŒder Schwartzerdt die Lateinschule, bekannt fĂŒr ihre damals moderne PĂ€dagogik.cite-ref-leben-1-2-3[2] Durch den Rektor Georg Simler aus Wimpfen und Johannes Hiltebrant aus Schwetzingen hatte diese Schule hohes Ansehen und groĂen Zulauf. Zu den MitschĂŒlern gehörten einige spĂ€ter bekannte Persönlichkeiten: Simon Grynaeus, Kaspar Hedio, Berchtold Haller und Franciscus Irenicus.cite-ref-tre-1-5-1[5]
Georg Simler, ein SchĂŒler Reuchlins, förderte den Griechischunterricht, der aber nicht zum normalen Unterrichtsprogramm gehörte, sondern ein Privileg fĂŒr besonders begabte SchĂŒler war. Philipp Schwartzerdt gehörte zu diesem Kreis, der nach Schulschluss von Simler unterrichtet wurde.cite-ref-pohlke-12-0[12] Reuchlin, der in Stuttgart lebte und in TĂŒbingen als einer der obersten Richter des SchwĂ€bischen Bundes tĂ€tig war, beobachtete die Fortschritte des ZwölfjĂ€hrigen und belohnte sie mit einem Exemplar der griechischen Grammatik von Konstantinos Laskaris. In dieses Buch klebte er das Wappen aus seiner eigenen hebrĂ€ischen Grammatik ein und schrieb eine lateinische Widmung darunter (Foto),cite-ref-pohlke-12-1[12] die auf Deutsch ĂŒbersetzt lautet:
âDiese griechische Grammatik hat zum Geschenk gemacht Johannes Reuchlin aus Pforzheim, Doktor der Rechte, dem Philipp Melanchthon aus Bretten, im Jahr 1509 an den Iden des MĂ€rz.â
Damit verlieh Reuchlin am 15. MÀrz 1509 Philipp Schwartzerdt den Humanistennamen Melanchthon, eine GrÀzisierung seines Nachnamens:cite-ref-leben-1-2-4[2]
âą ÎŒÎÎ»Î±Ï / ÎŒÎλαÎčΜα / ÎŒÎλαΜ mĂ©las / mĂ©laina / mĂ©lan âschwarzâ
âą ÏΞÏΜ chtháčn âErdeâ
UniversitĂ€ten Heidelberg (1509â1512) und TĂŒbingen (1512â1518)
Nach knapp einem Jahr in Pforzheim wurde Philipp Melanchthon am 14. Oktober 1509 an der UniversitĂ€t Heidelberg immatrikuliert. Er wohnte bei dem Theologieprofessor Pallas Spangel, wo auch Jakob Wimpfeling gelegentlich zu Besuch war. 1511 veröffentlichte Wimpfeling in seinen eigenen BĂŒchern Melanchthons erste lateinische Gedichte.cite-ref-leben-3-13-0[13] Unter den Mitstudenten knĂŒpfte Melanchthon Kontakt mit Theobald Billicanus, Johannes Brenz und Erhard Schnepf.cite-ref-tre-1-5-2[5] Das Studienprogramm bewĂ€ltigte Melanchthon problemlos und erwarb am 10. Juni 1511, zum frĂŒhestmöglichen Zeitpunkt, den untersten akademischen Grad eines Baccalaureus artium.
Nach dem Tode von Spangel wechselte Melanchthon an die UniversitĂ€t TĂŒbingen, wo er am 17. September 1512 immatrikuliert wurde.cite-ref-leben-3-13-1[13] Dort studierte er Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie (Quadrivium). Nebenher beschĂ€ftigte er sich mit Griechisch, HebrĂ€isch und Latein. Er las antike Autoren sowie humanistische Dichter und machte Bekanntschaft mit neuen Lehrmethoden. So lernte er auch die Schriften von Rudolf Agricola zur Logik kennen und entnahm ihnen ein neues VerstĂ€ndnis der Dialektik. Seit Beginn seiner TĂŒbinger Zeit war Melanchthon eng mit Ambrosius Blarer befreundet.cite-ref-tre-1-5-3[5]
Als Reuchlin durch ein Gutachten ĂŒber das hebrĂ€ische Schrifttum in einen Prozess verwickelt wurde (JudenbĂŒcherstreit), setzte Melanchthon sich fĂŒr seinen Förderer publizistisch ein.cite-ref-leben-3-13-2[13] In den satirischen DunkelmĂ€nnerbriefen wurde er deshalb als schlimmster TĂŒbinger ReuchlinanhĂ€nger bezeichnet (was aber ein Lob darstellte).cite-ref-14[14] Am 25. Januar 1514 schloss Melanchthon sein Studium an der ArtistenfakultĂ€t mit dem Magistertitel ab.cite-ref-leben-3-13-3[13] Danach war er verpflichtet, zwei Jahre an der UniversitĂ€t zu lehren. Melanchthon besuchte, wie es ĂŒblich war, daneben auch Vorlesungen an der theologischen und der artistischen FakultĂ€t.cite-ref-15[15] Johannes Stöffler weckte durch seine Astronomievorlesungen Melanchthons Interesse an der Mathematik.cite-ref-leben-3-13-4[13] Bereits in TĂŒbingen war er als Tutor zweier Grafensöhne tĂ€tig und wirkte als Griechischlehrer. Somit war der Ăbergang vom Lernenden zum Lehrenden bei Melanchthon flieĂend erfolgt.
Professor in Wittenberg (ab 1518)
Antrittsvorlesung
1518 stiftete KurfĂŒrst Friedrich der Weise an seiner 1502 gegrĂŒndeten UniversitĂ€t Wittenberg einen Lehrstuhl fĂŒr Griechisch. Der damals bekannteste GrĂ€zist Johannes Reuchlin lehnte aus AltersgrĂŒnden den Ruf nach Wittenberg ab und empfahl Melanchthon, seinen âgesippten Freundâ, fĂŒr die Stelle.cite-ref-leben-4-16-0[16] Die Berufung des 21-jĂ€hrigen Melanchthon geschah auf Wunsch des KurfĂŒrsten; Martin Luther bevorzugte den Leipziger Petrus Mosellanus.cite-ref-17[17] Melanchthon traf am 25. August 1518 in Wittenberg ein. Der schmĂ€chtige und etwa 1,50 Meter kleine TĂŒbinger Humanist mit dĂŒnner Stimme und einem leichten Sprachfehler erregte dort zunĂ€chst Befremden.cite-ref-18[18] Mit seiner Antrittsrede (De corrigendis adolescentiae studiis, âĂber die Neugestaltung des Studiums der Jugendâ), die er am Samstag, dem 28. August, in der Schlosskirche von Wittenberg hielt, konnte Melanchthon den ungĂŒnstigen ersten Eindruck aber zerstreuen und erntete groĂen Beifall.
Melanchthons Bildungsprogramm, das er bei dieser Rede vorstellte, beruhte auf Grammatik, Dialektik und Rhetorik. HĂ€tten diese FĂ€cher eine bessere QualitĂ€t, und wĂŒrde auĂerdem die griechische Sprache vermittelt, so wĂŒrde damit âechte Frömmigkeit anstelle menschlicher Satzungen und scholastischer Unbildungâ gefördert.cite-ref-19[19] Das war nicht neu, passte aber ausgesprochen gut zu den StudienreformplĂ€nen im damaligen Wittenberg. Luther Ă€uĂerte sich sehr anerkennend ĂŒber den âkleinen Griechenâ (Graeculus), wie er Melanchthon nannte.cite-ref-leben-4-16-1[16] Diese Faszination beruhte auf Gegenseitigkeit und wurde in der Folge zu einer der wichtigsten Kooperationen der Reformation, die erst mit Luthers Tod endete.cite-ref-20[20]
Schnell erkannten auch die Studenten, welches Potential Melanchthon in sich barg; er war daher ein ĂŒberaus beliebter UniversitĂ€tslehrer. Er lehrte griechische Grammatik, las ĂŒber antike Autoren, erklĂ€rte biblische BĂŒcher und verband dies mit Wissensbildung auf zahlreichen Gebieten. Die Studenten strömten zu seinen Vorlesungen, weil sie seine prĂ€zise Sprache, die FĂŒlle an Beispielen und die klare Gliederung seiner AusfĂŒhrungen schĂ€tzten. Im Dezember 1518 zĂ€hlte Georg Spalatin in Melanchthons Vorlesung 400 Hörer und im Wintersemester 1520/21 sogar 600.cite-ref-21[21]
Entwicklung zum Theologen
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Hauptartikel
:
Loci communes
Im Sommer 1519 begleitete Melanchthon Luther zur Leipziger Disputation. Eigentlich entschied Johann Eck dieses akademische StreitgesprĂ€ch fĂŒr sich. Luther erschien aber im Urteil der humanistischen Ăffentlichkeit als moralischer Sieger.cite-ref-22[22] An diesem Erfolg hatte Melanchthon wesentlichen Anteil.cite-ref-23[23] In seinem Brief an Johannes Oekolampad, den er selbst drucken lieĂ, stellte er Eck als typischen Scholastiker dar, der sinnlose Mengen von Zitaten anhĂ€ufe, Luther dagegen erhielt höchstes Lob: âAn Luther ⊠bewundere ich seinen frischen Geist, die gelehrte Bildung und die Rednergabe.âcite-ref-24[24]
In seinen Publikationen trat er nun deutlich als Theologe und ParteigĂ€nger Luthers hervor. Dem entspricht das Wappensiegel, das Melanchthon seit 1519 fĂŒhrte: es zeigt die Eherne Schlange (Num 21,8â9 ), die Melanchthon gemÀà Joh 3,14â17 als PrĂ€figuration der Kreuzigung Jesu interpretierte. Mit Luther vertrat Melanchthon eine Theologie des Kreuzes.cite-ref-25[25]
Auf Anregung Luthers erwarb Melanchthon den akademischen Grad eines Baccalaureus biblicus am 19. September 1519. Seine Thesenreihe, die er bei dieser PrĂŒfung verteidigte, stellte die AutoritĂ€t der Bibel gegen die AutoritĂ€t des pĂ€pstlichen Lehramts; er formulierte diese Position zum damaligen Zeitpunkt radikaler als Luther. Der Spitzensatz war: âFĂŒr einen Katholiken ist es nicht notwendig, ĂŒber die Dinge hinaus, die ihm durch die Schrift bezeugt werden, noch andere zu glauben.âcite-ref-26[26] Luther reagierte beeindruckt: Melanchthons Thesen seien âkĂŒhn, aber sehr wahr.âcite-ref-27[27]
Melanchthon beschĂ€ftigte sich in der Folgezeit zwar mit dem seinerzeit wichtigsten theologischen Lehrbuch, den Sententiae des Petrus Lombardus, erwarb jedoch nie den nĂ€chsten akademischen Grad des Sententiarius. Immerhin waren die Lombardus-Studien wichtige Vorarbeiten fĂŒr sein eigenes theologisches Hauptwerk, die Loci communes (1521).cite-ref-leben-5-28-0[28] Damit lag die erste Dogmatik der Wittenberger Reformation vor, die in den Jahren 1535, 1543 und 1559 neu ĂŒberarbeitet und angepasst wurde.
Humanist und Studienreformer
Als Humanisten standen Philipp Melanchthon und Erasmus von Rotterdam seit 1519 in Briefkontakt, und auch als zwischen Luther und Erasmus 1524/25 der Streit um die menschliche Willensfreiheit eskalierte, blieb zwischen Erasmus und Melanchthon die persönliche WertschĂ€tzung weiter bestehen, trotz inhaltlicher Differenzen. Im Zusammenhang mit dem Streit ĂŒber die Willensfreiheit Ă€uĂerte Melanchthon vertraulich Kritik an Luther.cite-ref-29[29]
Anders entwickelte sich das VerhĂ€ltnis zu seinem Mentor Johannes Reuchlin: Um ihn dem Einfluss Luthers zu entziehen, versuchte Reuchlin, Melanchthon an die UniversitĂ€t Ingolstadt zu holen. Melanchthon lehnte ab. Offenbar verĂ€rgert, vererbte ihm Reuchlin nicht seine kostbare Bibliothek, wie er frĂŒher zugesagt hatte, vielmehr ging deren Kernbestand nach Reuchlins Tod 1522 an das Michaelisstift in Pforzheim.cite-ref-30[30]
Im MÀrz 1523 formulierte Melanchthon konkrete Punkte einer Studienreform, die er im folgenden Wintersemester als Rektor der UniversitÀt in Kraft setzte:cite-ref-31[31]
âą Jedem StudienanfĂ€nger wurde ein Dozent als persönlicher Betreuer zugeteilt, der fĂŒr ihn einen Studienplan entwarf.
âą Die ĂŒblichen Disputationen wurden reduziert und in ihrer Form verĂ€ndert.
âą RedeĂŒbungen (declamationes) wurden neu ins Programm genommen, mit denen der Student lernen sollte, ein Thema zusammenhĂ€ngend und in ansprechender Weise darzustellen.
Deklamationen und Reden etablierten sich im Wittenberger Studien- und PrĂŒfungsprogramm, aber die EinfĂŒhrung von Tutorien scheiterte, weil weder Professoren noch Studenten Melanchthons Grundsatz teilten, dass ein unstrukturiertes Studium kontraproduktiv sei.cite-ref-32[32]
Als KurfĂŒrst Johann der BestĂ€ndige 1525 die Nachfolge seines Bruders antrat, ordnete er die Bezahlung der Professoren an der Wittenberger UniversitĂ€t neu und schuf fĂŒr Luther und Melanchthon einen Sonderstatus. Melanchthon konnte sowohl an der ArtistenfakultĂ€t als auch an der theologischen FakultĂ€t Vorlesungen halten und deren Themen nach Belieben wĂ€hlen. Die Griechischprofessur wurde neu besetzt. Nun unterrichtete Melanchthon je zur HĂ€lfte an beiden FakultĂ€ten, was auch bedeutete, dass er keinen Doktorgrad der Theologie erwerben konnte, denn dann hĂ€tte er aus der ArtistenfakultĂ€t ausscheiden mĂŒssen, und dort zu unterrichten, war ihm weiterhin wichtig.cite-ref-33[33]
Kirchenreformator in Kursachsen (ab 1521)
Luthers Stellvertreter in der Wartburgzeit
Nach dem Wormser Edikt 1521 brachte Friedrich der Weise Luther zu dessen Schutz auf der Wartburg unter, womit dieser vorĂŒbergehend nicht mehr öffentlich fĂŒr die Anliegen der Reformation eintreten konnte. Luther bestimmte Melanchthon als seinen Stellvertreter, aber Melanchthon konnte diese Rolle nur im universitĂ€ren Bereich ausfĂŒllen. Ihm fehlte die Priesterweihe. Justus Jonas wagte es nicht, einen verheirateten Laien als Prediger an der Wittenberger Stadtkirche einzusetzencite-ref-34[34] â was auch nicht Melanchthons eigenen Neigungen entsprach. Aber damit traten andere Wittenberger Theologen in die von Luther hinterlassene LĂŒcke und setzten liturgische Reformen um: Andreas Bodenstein genannt Karlstadt und Gabriel Zwilling. Am Michaelistag, dem 29. September 1521 wurde in der Stadtkirche ein Abendmahlsgottesdienst mit Laienkelch (d. h. âunter beiderlei Gestaltâ) gefeiert, an dem Melanchthon mit seinen Studenten teilnahm. Da es eine Zeit liturgischer TraditionsbrĂŒche und Experimente war, ist nicht sicher, ob ein geweihter Priester dieser Feier vorstand.cite-ref-35[35] Melanchthon wirkte an der am 24. Januar 1522 fertiggestellten Wittenberger Kirchenordnung mit, die die reformatorischen VerĂ€nderungen festschreiben sollte.cite-ref-36[36]
Im Dezember 1521 forderte der KurfĂŒrst von Melanchthon eine Stellungnahme zu den âZwickauer Prophetenâ an. Nach Thomas Kaufmann handelt es sich hier um eine alte heterodoxe Gruppe, die kirchliche Rituale scharf kritisierte, nach auĂen hin aber daran teilnahm. So hatte sie im Untergrund ĂŒberlebt. Nun, ermutigt durch die Wittenberger Kritik an der Papstkirche, warben einige der Zwickauer offen fĂŒr ihre Ansichten. Im GesprĂ€ch mit Nikolaus Storch, Marcus Thomae genannt StĂŒbner und einem anonymen Tuchknappen zeigte sich Melanchthon beeindruckt von den Argumenten der Laientheologen gegen die Kindertaufe und bat Luther um sein Urteil. Luther wies im Antwortbrief von der Wartburg (13. Januar 1522) die Argumente der Zwickauer wie auch die Zweifel Melanchthons zurĂŒck. âSeines Erachtens sprach die einhellige Taufpraxis der Kirche fĂŒr sich.â Die Verunsicherung Melanchthons ist im Blick auf seine spĂ€tere antitĂ€uferische Positionierung interessant; allerdings ist von den Zwickauern auch keine GemeindegrĂŒndung und keine alternative Taufpraxis bekannt.cite-ref-37[37]
Visitationen und TĂ€uferverfolgung
Ende der 1520er Jahre visitierte Melanchthon im Auftrag des KurfĂŒrsten Kirchen und Schulen. Dabei prĂŒfte er die Schulsituation und reagierte auf MissstĂ€nde mit VerbesserungsvorschlĂ€gen. Aus den Erfahrungen der Visitation in ThĂŒringen (Sommer 1527) entstand das 1528 gedruckte Kompendium Unterricht der Visitatoren. Da in Wittenberg wĂ€hrend Melanchthons Abwesenheit die Pest ausgebrochen war, hatte man die UniversitĂ€t nach Jena verlegt. Melanchthon wohnte mit seiner Familie bis ins FrĂŒhjahr 1528 in Jena. SpĂ€tere Visitationsreisen fĂŒhrten ihn 1528/29 nach Weimar, Gotha und Eisenach und 1533 nach Bitterfeld, Liebenwerda und Herzberg/Elster.cite-ref-38[38]
Seit der Visitation in ThĂŒringen war Melanchthon auf die TĂ€uferbewegung aufmerksam geworden, es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass er je tĂ€uferische Schriften gelesen hĂ€tte. Melanchthon begann seine antitĂ€uferische Publizistik mit einer Handreichung fĂŒr Geistliche (Argumentum, quod parvulis sit adhibendum baptismus, 1527), weiter ausgearbeitet 1528 zu dem âGutachten gegen die WiedertĂ€uferâ (Adversus anabaptistas iudicium). Neben die biblische BegrĂŒndung der Kindertaufe tritt hier die Warnung vor den gesellschaftspolitischen Vorstellungen der TĂ€ufer. Ein unmittelbar an der Bibel orientiertes Leben untergrabe zwangslĂ€ufig die öffentliche Ordnung, besonders eklatant war das fĂŒr Melanchthon in der GĂŒtergemeinschaft und der Weigerung, bĂŒrgerliche Ămter zu ĂŒbernehmen. Die Verfolgung der TĂ€ufer sei darum Pflicht der weltlichen Obrigkeit. TĂ€ufermissionare und Personen, die ihnen Herberge gewĂ€hrten, sollten mit dem Tod bestraft werden; VerfĂŒhrte, die sich ĂŒberzeugen lieĂen und BuĂe taten, solle man gnĂ€dig behandeln. âGemeinhin behalf sich Melanchthon ⊠mit der Konstruktion, dass der Staat nicht Glauben und religiöse Anschauungen seiner Untertanen zu bewerten hatte, wohl aber deren Ă€uĂere Praktizierung. Dass dies ⊠eine artifizielle Unterscheidung war, wurde von ihm nicht berĂŒcksichtigt.âcite-ref-39[39]
Als sich 1530 der Gothaer Reformator Friedrich Myconius mit seinen Bedenken hinsichtlich der Verfolgung der TĂ€ufer brieflich an Melanchthon wandte, rechtfertigte dieser die laufenden Verfolgungen.cite-ref-40[40] Im gleichen Jahr verfasste Melanchthon auch die Confessio Augustana, in der die TĂ€ufer als Ketzer verurteilt wurden. Ein Jahr spĂ€ter formulierte Melanchthon auf Anforderung des sĂ€chsischen KurfĂŒrsten ein ausfĂŒhrliches Gutachten ĂŒber die Anwendung der Todesstrafe gegen die TĂ€ufer.cite-ref-41[41] Im Winter 1535/36 war er in Jena auch selbst in einem Prozess gegen eine Gruppe TĂ€ufer engagiert, unter denen sich auch der ThĂŒringer TĂ€uferfĂŒhrer Hans PeiĂker befand. PeiĂker und zwei weitere wurden schlieĂlich gefoltert und am 26. Januar 1536 enthauptet.cite-ref-42[42]
SchulgrĂŒndungen
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Hauptartikel
:
De miseriis paedagogorum
Melanchthon beteiligte sich auch bei der GrĂŒndung von Lateinschulen (1524 in Magdeburg, 1525 in Eisleben und 1526 in NĂŒrnberg) und entwarf deren Schulordnungen. Seine Prinzipien dabei waren:
âą Die Unterrichtssprache ist Latein.
âą Die SchĂŒler sollen nicht mit zu viel Lernstoff belastet werden. Wichtig sind GrĂŒndlichkeit und Wiederholungen.
âą Die SchĂŒler werden nach Alter und Wissen auf drei Leistungsklassen (âHaufenâ) aufgeteilt, erst nach dem Erreichen eines Lernziels kommen sie in die nĂ€chsthöhere Klasse.
Mit diesen Reformideen stand Melanchthon nicht allein. Das Besondere ist, dass er die sogenannte KursĂ€chsische Schulordnung in das Kompendium Unterricht der Visitatoren (1528) ĂŒbernahm, das in Kursachsen Gesetzeskraft hatte.cite-ref-43[43]
Besonders eng war Melanchthon der NĂŒrnberger Lateinschule (Aegidianum) verbunden. Zwar erfĂŒllte er nicht den Wunsch des NĂŒrnberger Rats, die Leitung der Schule zu ĂŒbernehmen, aber er vermittelte seinen Mitarbeiter Joachim Camerarius als Schulleiter, sowie weitere Lehrer, entwarf die Schulordnung und hielt am 26. Mai 1526 die Festrede zur Eröffnung der neuen Schule.cite-ref-5-44-0[44]
ReligionsgesprĂ€che in Speyer, Marburg und Augsburg (1529â1531)
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Hauptartikel
:
Confessio Augustana
und
Apologie der Confessio Augustana
Im MĂ€rz/April 1529 ĂŒbernahm Melanchthon die Rolle des theologischen Beraters des sĂ€chsischen KurfĂŒrsten auf dem Reichstag zu Speyer, weil Luther als GeĂ€chteter an den Verhandlungen nicht teilnehmen konnte. âMit der PrĂ€senz auf dem Reichstag in Speyer beginnt Melanchthons Verwendung als kursĂ€chsischer Delegierterâ â hier noch beratend im Hintergrund, in spĂ€teren Jahren mit gröĂerer Verantwortung.cite-ref-45[45] Kursachsen, Hessen und die ReichsstĂ€dte Ulm, NĂŒrnberg und StraĂburg strebten ein VerteidigungsbĂŒndnis an. Melanchthon hielt politischen Widerstand gegen den Kaiser fĂŒr illegitim, auĂerdem meinte er, dass die ReichsstĂ€dte, insbesondere StraĂburg, der Abendmahlslehre der Schweizer Reformation nahestĂ€nden, die von Luther und seinen Mitarbeitern abgelehnt wurde. Sein Briefwechsel mit Johannes Oekolampad fĂŒhrte aber in den nĂ€chsten Jahren dazu, dass Melanchthon sich der oberdeutschen Position theologisch annĂ€herte.cite-ref-46[46]
Im Oktober 1529 gehörte Melanchthon zur Wittenberger Delegation beim Marburger ReligionsgesprĂ€ch, zu dem Ulrich Zwingli aus ZĂŒrich anreiste. Eingeladen hatte der Landgraf Philipp von Hessen. Melanchthon war ihm bereits 1524 persönlich begegnet, auf der RĂŒckreise von einem Heimaturlaub in Bretten. Es war der Beginn einer langjĂ€hrigen guten Beziehung zwischen beiden.cite-ref-47[47] Mit einem Theologentreffen wollte Philipp von Hessen nun zur Festigung des geplanten politischen BĂŒndnisses einen Kompromiss in Fragen der Lehre herbeifĂŒhren.cite-ref-48[48] Seine Erwartungen erfĂŒllten sich allerdings nicht. WĂ€hrend man auf vielen Gebieten Ăbereinstimmung feststellte, etwa bei der Taufe oder der Beichte, blieb die Frage offen, ob Christus real oder symbolisch in Brot und Wein anwesend sei. Aus Schweizer Sicht war nicht Melanchthon fĂŒr das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich. Bei ihm nahm man weiterhin an, er sei fĂŒr das symbolische AbendmahlsverstĂ€ndnis zugĂ€nglicher als er aufgrund seiner âSchĂŒchternheitâ in seinem Wittenberger Umfeld zu erkennen gebe.cite-ref-49[49]
FĂŒr den Augsburger Reichstag (3. April bis 11. Oktober 1530) verfasste Melanchthon als Vorbereitung die Torgauer Artikel. Ab dem 2. Mai war Melanchthon auch selbst in Augsburg und dort hauptsĂ€chlich mit der Ausarbeitung der Confessio Augustana beschĂ€ftigt. UrsprĂŒnglich hatten die Wittenberger beabsichtigt, ihre Reformen als Beseitigung von MissstĂ€nden darzustellen. Das ging aber nicht mehr, nachdem Johann Eck seine 404 Artikel veröffentlicht hatte, eine Sammlung zusammenhangloser Zitate aus Schriften Luthers, Melanchthons und zwinglianischer sowie tĂ€uferischer Autoren â mit dem Angebot, sie in einer Disputation vor dem Kaiser als Ketzereien zu widerlegen. Dem war nur so beizukommen, dass die Wittenberger Theologen ihre eigene Lehre im Zusammenhang darstellten. Melanchthon machte sich an diese Arbeit. Er stand in Briefkontakt mit Luther, der auf der Veste Coburg, noch auf kursĂ€chsischem Territorium, zurĂŒckbleiben musste.cite-ref-50[50] Als die Confessio Augustana am 26. Juni vor dem Kaiser verlesen wurde, war Melanchthon als Hauptverfasser des Textes nicht befugt, anwesend zu sein. Er hielt sich zusammen mit Johannes Brenz in der Herberge auf. Der Druck, der auf ihm lastete, machte sich durch psychosomatische Erkrankungen bemerkbar.cite-ref-fr-mmigkeit-51-0[51]
Prominent besetzte AusschĂŒsse suchten vom 16. bis 28. August nach einer Kompromisslösung. Melanchthon sah die Zwinglianer als Gefahr, gegen die ein Zusammenschluss mit der altglĂ€ubigen Seite sinnvoll sei. Er machte in Briefen sehr weitgehende ZugestĂ€ndnisse, so dass die Frage entsteht, wer ihn dazu autorisiert hatte:
âą Ein Brief an Kardinal Albrecht von Mainz (3. Juni) blieb geheim und ohne erkennbare Konsequenzen.
⹠Ein Brief an den pÀpstlichen Legaten Lorenzo Campeggio (4. Juli) wurde von diesem sofort nach Rom weitergeleitet, Abschriften zirkulierten auf dem Reichstag, aber zum Beispiel auch in Venedig.
Heinz Scheible zufolge blieb Melanchthon, obwohl er an die hochrangigen Adressaten sehr höflich schrieb, in der Sache bei den reformatorischen Kernforderungen: Laienkelch, Erlaubnis der Kleriker zur Heirat und der Ordensleute zum Verlassen der Klöster, Gottesdienstreformen.cite-ref-52[52]
Die GesprĂ€che scheiterten letztlich am Widerstand der ReichsstĂ€dte, voran NĂŒrnbergs, die der altglĂ€ubigen Seite nicht so weit entgegenkommen wollten.cite-ref-53[53] Mit Nachschriften der am 3. August verlesenen Confutatio ausgestattet, machte sich Melanchthon dann an die Ausarbeitung einer Apologie der Confessio Augustana, unterstĂŒtzt von Justus Jonas, Johannes Brenz und Georg Spalatin. Kaiser Karl V. nahm dieses Dokument nicht an (22. September 1530). Melanchthon ĂŒberarbeitete nach seiner RĂŒckkehr nach Wittenberg den Text der Apologie nochmals und veröffentlichte ihn im Mai 1531 zusammen mit der Confessio Augustana. Beide Werke wurden spĂ€ter in das Corpus der Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche aufgenommen. Aus Melanchthons Sicht waren es seine eigenen Texte, an denen er spĂ€ter noch Ănderungen vornahm, so wie er es zum Beispiel bei seinen Loci communes auch tat.cite-ref-54[54]
Melanchthon hatte nie wieder so viel reichspolitische Einflussmöglichkeiten wie 1530 in Augsburg, aber wie er damit umging, sein Kommunikationsverhalten und seine psychosomatischen Probleme, trugen wesentlich zu dem negativen Melanchthonbild der Nachwelt bei.cite-ref-55[55] Kritik an Melanchthons âLeisetretereiâ konnte sich vermeintlich auf Luther selbst berufen. Er schrieb zu einem Vorentwurf der Confessio Augustana, sie gefalle ihm âfast wohl [= sehr gut]â, und er habe gar nichts daran zu verbessern, zumal er âso sanft und leise nicht tretenâ könne. Scheible sieht darin eine humorvoll-freundliche Bemerkung, denn nach allen zeitnahen ĂuĂerungen war Luther wirklich mit Melanchthons Text zufrieden.cite-ref-56[56] Aber insgesamt ist der Briefwechsel zwischen Luther und Melanchthon nach Scheible von Luthers erzwungener UntĂ€tigkeit und daraus folgendem Missmut geprĂ€gt, den Melanchthon in Form von Aggression und Herablassung zu spĂŒren bekam â schon deshalb nicht einfach fĂŒr ihn, weil die sogenannten âTrostbriefeâ auch von dritten gelesen wurden. Luther tat darin die Sorgen seines Mitarbeiters als Kleinglauben ab, ohne in den Sachfragen, die Melanchthon umtrieben, KlĂ€rendes beizutragen.cite-ref-57[57]
TĂ€tigkeit fĂŒr den Schmalkaldischen Bund (1531â1546)
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Hauptartikel
:
Tractatus de potestate et primatu Papae
Bis zur Torgauer Konferenz (Oktober 1530) hatten Luther und Melanchthon ein Widerstandsrecht der FĂŒrsten gegen den Kaiser abgelehnt. Aber nun wurden sie von den anwesenden Juristen ĂŒberzeugt, dass dieses Widerstandsrecht in der Reichsverfassung begrĂŒndet sei.cite-ref-59[59] Als der Schmalkaldische Bund gegrĂŒndet wurde, engagierte sich Melanchthon gemeinsam mit Martin Bucer dafĂŒr, das politische BĂŒndnis durch ein gemeinsames Glaubensbekenntnis zu stabilisieren. Dass Melanchthon seit dem Augsburger Reichstag in die Rolle des fĂŒhrenden lutherischen Theologen hineingewachsen war, bewirkte bei ihm eine gröĂere SelbstĂ€ndigkeit gegenĂŒber Luther. Als er sich mit seinen Positionen bei der Abfassung der Schmalkaldischen Artikel nicht durchsetzen konnte, unterschrieb er mit folgendem Kommentar:cite-ref-60[60]
âIch Philippus Melanthoncite-ref-61[61] halt diese obgestallte Artikel auch fur recht und christlich, vom Bapst aber halt ich, so er das Evangelium wollte zulassen, daĂ ihm umb Friedens und gemeiner Einigkeit willen derjenigen Christen, so auch unter ihm sind und kunftig sein möchten, seine SuperioritĂ€t uber die Bischöfe, die er hat jure humano, auch von uns zuzulassen sei.â
Seit 1535 schrieb Melanchthon wiederholt an gute Freunde, dass er sich vom kurfĂŒrstlichen Hof schlecht behandelt fĂŒhlte und Theologen aus dem reformatorischen Lager behaupteten, er verfĂ€lsche Luthers Rechtfertigungslehre. Melanchthon versicherte sich mehrfach bei Luther, dass dieser seine theologischen Positionen billigte, aber die GerĂŒchte blieben. Dieser Widerstand hatte fĂŒr Melanchthon etwas Ungreifbares; schlieĂlich fand er in einem Brief an Veit Dietrich (22. Juni 1537) dafĂŒr die ErklĂ€rung, dass Luther Sachverhalte grob zuspitze und damit den Beifall der Ungebildeten hĂ€tte, die den Sinn sachlicher und sprachlicher Differenzierungen nicht begriffen.cite-ref-62[62] Melanchthon arbeitete die Wittenberger Konkordie aus, und er sorgte dafĂŒr, dass die von Luther formulierten Schmalkaldischen Artikel, die Konfliktpotential hatten, auf dem Schmalkaldischen Bundestag 1537 wirkungslos blieben. Der Bund bekannte sich weiterhin zur Confessio Augustana, erweitert um einen Traktat ĂŒber die Macht und den Primat des Papstes mit einer Abhandlung ĂŒber die Jurisdiktionsgewalt der Bischöfe, Texte, die Melanchthon im Februar 1537 im Auftrag des Bundes verfasste.cite-ref-63[63]
Als theologischer Berater des KurfĂŒrsten reiste Melanchthon im Februar 1539 nach Frankfurt am Main. Auf dem dortigen FĂŒrstentag wurde der Frankfurter Anstand beschlossen, ein befristeter Religionsfriede. Hier in Frankfurt kam es zu Begegnungen Melanchthons sowohl mit Johannes Calvin als auch mit Josel von Rosheim, dem Vertreter der Juden im Reich:cite-ref-leben-6-64-0[64]
âą Calvin war mit der StraĂburger Delegation nach Frankfurt gereist, um Melanchthon persönlich kennenzulernen, und es entwickelte sich in den Folgejahren (bis 1543) ein gelehrter, freundschaftlicher Briefwechsel zwischen beiden, der Gemeinsamkeiten, aber auch Differenzen in der PrĂ€destinationslehre zutage brachte.cite-ref-65[65]
âą Josel von Rosheim bat Melanchthon, sich beim KurfĂŒrsten Joachim I. fĂŒr die 1510 unter dem Vorwurf der HostienschĂ€ndung aus Brandenburg vertriebenen jĂŒdischen Familien einzusetzen; auf Melanchthons Intervention hin rehabilitierte der KurfĂŒrst die Juden. Sie konnten wieder nach Brandenburg zurĂŒckkehren. Dieses projĂŒdische Engagement Melanchthons Ă€ndert allerdings nichts daran, dass er die traditionelle negative Beurteilung des Judentums durch christliche Theologen teilte: die Kirche sei das wahre Israel, die Juden seien schuld an der Kreuzigung Jesu, die Tempelzerstörung sei die göttliche Strafe hierfĂŒr. Luthers Judenschriften billigte er.cite-ref-66[66]
Melanchthon war am 5. MĂ€rz 1540 in Rotenburg an der Fulda gemeinsam mit Martin Bucer Trauzeuge bei der geheimen Trauung Philipps von Hessen mit Margarethe von der Saale.cite-ref-67[67] Die Reformatoren hatten dem Landgrafen eine strikt geheime Doppelehe zugestanden; Bucer und Melanchthon waren entsetzt, dass der Landgraf die Ehe bekannt machte, denn Bigamie konnte mit dem Tode bestraft werden. Die GerĂŒchte ĂŒber Philipps Ehe begleiteten Melanchthon, als er zum ReligionsgesprĂ€ch nach Hagenau reiste, und fĂŒhrten unterwegs, in Weimar, zu seinem körperlichen und psychischen Zusammenbruch. Er kehrte ĂŒber Eisenach nach Wittenberg zurĂŒck, um sich zu erholen.cite-ref-68[68]
Das ReligionsgesprĂ€ch in Worms fand ĂŒber die Jahreswende 1540/41 statt. Melanchthon hatte die Confessio Augustana Variata (d. h. mit der Ănderung âcum paneâ als Konsensformel der Wittenberger und der Oberdeutschen) mitgebracht. Sie war aber fĂŒr die altglĂ€ubige Seite keine geeignete GesprĂ€chsgrundlage. Melanchthon erhielt Gelegenheit, mit Eck ĂŒber die SĂŒndenlehre zu disputieren (Januar 1541), quasi als Ersatz fĂŒr die nicht zustande gekommenen Verhandlungen. Martin Bucer und Johannes Gropper arbeiteten ebenfalls in Worms ein Konsensdokument aus, das Wormser Buch, das von Melanchthon allerdings als Utopie abgetan wurde.cite-ref-leben-6-64-1[64]cite-ref-69[69]
Wieder in Wittenberg, musste Melanchthon kurz darauf zum Regensburger ReligionsgesprĂ€ch (1541) abreisen. Unterwegs hatte er einen Unfall. Eine schwere Verstauchung der rechten Hand, die in Regensburg sogar vom kaiserlichen Leibarzt behandelt wurde, beeintrĂ€chtigte ihn noch lange beim Schreiben. Den GesprĂ€chen lag das Wormser Buch zugrunde. Es gab zwar einige Ergebnisse, aber letztlich lieĂ sich der Dissens bei den Sakramenten Eucharistie und Beichte nicht ĂŒberbrĂŒcken.cite-ref-70[70] Melanchthon entwickelte hier in der Auseinandersetzung mit der Transsubstantiationslehre eine fĂŒr seine weitere Theologie wichtige, dynamische Abendmahlslehre: Christus sei bei der Abendmahlsfeier wirksam gegenwĂ€rtig (AktualprĂ€senz).cite-ref-71[71]
Im April 1543 reiste Melanchthon nach Bonn. Gemeinsam mit Bucer unterstĂŒtzte er den Kölner Reformationsversuch. Die beiden Theologen verfassten das Einfaltigs bedencken (Kölner Reformation) fĂŒr den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied; Bucer war Hauptverfasser dieser Kirchenordnung, und Melanchthon steuerte Kapitel ĂŒber TrinitĂ€t, Schöpfung, Rechtfertigung, Kirche und BuĂe bei. Hermann von Wied scheiterte mit seinem Reformprojekt am Widerstand des Domkapitels. Kaiser Karl V. beendete den Reformationsversuch am Rhein, und Melanchthon kehrte im August 1543 nach Wittenberg zurĂŒck.cite-ref-tre-3-72-0[72] Hier kam es zu einem Konflikt mit Luther, der die Abendmahlstheologie im Bedencken missbilligte â nach Christine Mundhenk die âeinzige schwere Kriseâ zwischen Luther und Melanchthon. Luthers Zorn galt eigentlich Bucer, aber Melanchthon fĂŒhlte sich ebenfalls angegriffen. Er rechnete damit, in der Abendmahlsschrift, an der Luther arbeitete, mit dessen gefĂŒrchteter Polemik ĂŒberzogen zu werden (was nicht geschah). FĂŒr diesen Fall plante er seine Abreise aus Wittenberg.cite-ref-73[73]
Mit der im September 1544 veröffentlichten Schrift âKurzes Bekenntnis vom heiligen Sakramentâcite-ref-74[74] kĂŒndigte Luther den ZĂŒrcher Reformatoren wegen Differenzen in der Abendmahlsfrage die Kirchengemeinschaft auf. Melanchthon wollte diese Eskalation so nicht mitvollziehen und nahm Ende August Kontakt mit Heinrich Bullinger auf. Am 3. September 1544 bot Bullinger Melanchthon an, nach ZĂŒrich ĂŒberzusiedeln, wo er willkommen sei und eine gut dotierte Stelle haben könne. Aber Ambrosius Blarer, der sowohl mit Melanchthon als auch mit Bullinger befreundet war, vermutete in einem Brief an Bullinger richtig: der Sturm, den seine Abreise aus Wittenberg ausgelöst hĂ€tte, war Melanchthons Sache nicht. Bullinger erhielt auf sein Angebot keine Antwort.cite-ref-75[75]
1545 verfasste Melanchthon fĂŒr den Wormser Reichstag eine systematische Darstellung wichtiger reformatorischer Themen. Dieser Text, die sogenannte âWittenberger Reformationâ, war die Vorlage fĂŒr die Mecklenburger Kirchenordnung von 1552 und nach deren Vorbild fĂŒr weitere Kirchenordnungen.cite-ref-tre-3-72-1[72]
Schmalkaldischer Krieg und Interim (1546â1549)
Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther, und Melanchthon hielt die lateinische Grabrede. Er verfasste auch eine viel rezipierte Biografie des Reformators (Historia Lutheri), âeine in humanistischer Eleganz verfasste WĂŒrdigung der Leistungen Luthersâ.cite-ref-76[76] Im Sommer des gleichen Jahres begann der Schmalkaldische Krieg.
Melanchthon unterstĂŒtzte den Bund nach Kriegsbeginn, auch wenn er das Vorgehen des sĂ€chsischen KurfĂŒrsten gegen Naumburg und Wurzen sowie den Donaufeldzug kritisch sah. Nach der Invasion Moritzâ von Sachsen in kursĂ€chsisches Territorium wurde die UniversitĂ€t Wittenberg am 6. November 1546 geschlossen. Melanchthon hatte sich mit seiner Familie zunĂ€chst ins neutrale Anhalt, nach Zerbst, begeben; aber nach der protestantischen Niederlage in der Schlacht bei MĂŒhlberg (24. April 1547) zogen sie weiter nach Magdeburg, Braunschweig, Gifhorn und wieder gen SĂŒden nach Nordhausen, die Reichsstadt im Harzvorland, mit deren BĂŒrgermeister Michael Meyenburg Melanchthon befreundet war.cite-ref-77[77] Unterdessen war die kaiserliche Besatzung aus Wittenberg abgezogen, und der neue KurfĂŒrst Moritz versicherte auf dem Landtag zu Leipzig (20. Juli 1547), dass er die UniversitĂ€t Wittenberg finanziell unterstĂŒtzen werde und dass dort die lutherische Theologie ohne Abstriche unterrichtet werden könne â das Ergebnis intensiver Verhandlungen. Daraufhin kehrte Melanchthon am 25. Juli 1547 nach Wittenberg zurĂŒck und nahm seine VorlesungstĂ€tigkeit wieder auf.cite-ref-78[78]
Als in Augsburg der Reichstag nach dem Sieg des Kaisers ĂŒber den Schmalkaldischen Bund zusammentrat (1547/48), wurde Melanchthon als theologischer Berater der protestantischen Seite gebraucht. Da es aber ein kaiserliches Auslieferungsersuchen gegen ihn gab, konnte er nicht nach Augsburg reisen und hielt sich im Zisterzienserkloster Altzella auf.cite-ref-79[79] Er lehnte das Augsburger Interim ab, war aber zu einigem Entgegenkommen bereit, weil er irrtĂŒmlich glaubte, dass es ein Kompromiss sei, der auch die AltglĂ€ubigen binde. Melanchthon verfasste einen Brief an den kursĂ€chsischen sowie auch kaiserlichen Rat Christoph von Carlowitz, in dem er seine Position erlĂ€uterte, der aber vor allem wegen einer kritischen Bemerkung Melanchthons ĂŒber Luther bekannt wurde:cite-ref-80[80]
âIch ertrug auch vordem eine fast entehrende Knechtschaft, da Luther oft mehr seinem Temperament folgte, in welchem eine nicht geringe ÏÎčÎ»ÎżÎœÎ”ÎčÎșία lag, als auf sein Ansehen und auf das Gemeinwohl zu achten.â
â
Philipp Melanchthon
:
Brief an Christoph von Carlowitz, Altzella 25. April 1548
Der SchlĂŒsselbegriff ist altgriechisch ÏÎčÎ»ÎżÎœÎ”ÎčÎșία philoneikĂa, Streitlust. Melanchthon streute öfter spitze Bemerkungen auf Griechisch in seine lateinische Korrespondenz ein. Nimmt man Melanchthons sonstigen Sprachgebrauch hinzu, kann man paraphrasieren: âWenn Luther von etwas ĂŒberzeugt war, dann hielt er kampfeslustig daran fest und suchte es durchzusetzen, auch wenn er selbst dabei in ein schiefes Licht geriet und die evangelische Sache zu zerbrechen drohte.âcite-ref-82[82] Im Kontext des Briefes wollte Melanchthon sich als besonders loyal darstellen, so wie zu Luther wĂ€hrend dessen Lebzeiten, so jetzt auch aus GrĂŒnden der politischen Verantwortung. Er musste aber damit rechnen, dass der Diplomat Carlowitz den Privatbrief nicht fĂŒr sich behielt. Bald zirkulierte der Text unter den Gesandten des Reichstags und wirkte auf Lutheraner, die von einer innigen Freundschaft zwischen Luther und Melanchthon ausgingen, wie ein Schock: âdie Confessionisten [= Bekenner der Confessio Augustana] habens mit Schrecken und Hertzenleidt, die Catholischen mit unaussprechlichen Freuden gelesenâ, schrieb der pommersche Delegierte BartholomĂ€us Sastrow.cite-ref-83[83] Es war eine DemĂŒtigung, die Melanchthon viele Sympathien kostete.
Da Kursachsen das Augsburger Interim nach dem ablehnenden Votum Melanchthons und anderer Theologen nicht annahm, Moritz von Sachsen aber den Kaiser nicht brĂŒskieren konnte, begann eine Suche nach neuen Kompromisslösungen, an der Melanchthon maĂgeblich beteiligt war. So fĂŒhrte er mit dem Naumburger Bischof Julius von Pflug einen Briefwechsel ĂŒber das Messopfer. Aus diesen Vorarbeiten entstand eine evangelische Kirchenordnung, die im Dezember mit Kurbrandenburg abgestimmt und danach dem 1548/49 tagenden Leipziger Landtag vorgelegt, von diesem allerdings nicht angenommen wurde. Theologen, die sich als âechteâ SchĂŒler Luthers verstanden (Gnesiolutheraner), belegten die Leipziger Artikel mit dem Namen Leipziger Interim. Diese BegriffsprĂ€gung stammt von Matthias Flacius Illyricus. In der Ăffentlichkeit und in der Nachwirkung wurden Augsburger und Leipziger Interim oft in eins gesetzt, wie es von Flacius auch beabsichtigt war.cite-ref-85[85]
âą Melanchthon war der Meinung, dass unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen, nach der Niederlage des Schmalkaldischen Bundes, pragmatisch verhindert werden mĂŒsse, dass reformatorisch gesinnte Pfarrer von ihren Stellen vertrieben werden. Um Predigt und Abendmahlsfeier fortsetzen zu können, solle man in NebensĂ€chlichkeiten (sogenannten Adiaphora) nachgeben und beispielsweise bei der Liturgie einen Chorrock tragen.cite-ref-86[86]
âą Im geĂ€chteten Magdeburg sammelten sich die Lutheraner, die zum Widerstand gegen das Interim bereit waren, und entfalteten eine rege PublikationstĂ€tigkeit (âUnseres Herrgotts Kanzleiâ). Diese Gruppe um Flacius vertrat die Position: âWenn es um das Bekenntnis geht und AnstoĂ erregt wĂŒrde, gibt es keine nebensĂ€chlichen ĂuĂerlichkeiten (Nihil est adiaphoron in casu confessionis et scandali).â Flacius, ein ehemaliger MelanchthonschĂŒler, war nirgendwo in kirchenpolitischer Verantwortung und musste insofern keine RĂŒcksichten nehmen.cite-ref-87[87]
Hans-Otto Schneider meint, Melanchthon und Flacius hĂ€tten die durch das Augsburger Interim entstandene Situation weitgehend gleich eingeschĂ€tzt und daraus gegensĂ€tzliche Konsequenzen gezogen. Auch Melanchthon sei klar gewesen, dass die lutherische Lehre mittelfristig so nicht zu sichern war, aber durch ein âAgieren und Lavieren hinter den Kulissenâ habe er gehofft, die Kirche zu erhalten, bis die Zeiten wieder besser wĂŒrden. Flacius, der nie in die Geheimdiplomatie eingebunden war, forderte Widerstand gegen die Obrigkeit und Bereitschaft zum Martyrium.cite-ref-88[88] Die Gruppe um Flacius griff die persönliche IntegritĂ€t Melanchthons an; Versöhnungsversuche scheiterten im Sommer 1556. Der Streit wurde erst nach Melanchthons Tod entschieden â und zwar gegen ihn (Konkordienformel).cite-ref-89[89]
1551 schien es möglich, dass eine protestantische Delegation am Tridentinischen Konzil teilnehmen konnte. Melanchthon verfasste dafĂŒr in Dessau die Confessio Saxonica, die am 10. Juli von 31 kursĂ€chsischen Theologen unterzeichnet wurde. Heinz Scheible zufolge war diese Konferenz âdie fĂŒr Melanchthon erfreulichste in seinem ganzen Leben.â Die Saxonica sei die reifste Bekenntnisschrift, die Melanchthon je verfasste, und weder bei der Unterzeichnung noch danach wurde Kritik geĂŒbt.cite-ref-90[90] Auch Brandenburg-KĂŒstrin, Mansfeld, StraĂburg, WĂŒrttemberg und weitere protestantische Akteure schlossen sich an. Mit dem Dokument machte sich Melanchthon im Januar 1552 auf die Reise, kam aber wegen des FĂŒrstenaufstands nur bis NĂŒrnberg.cite-ref-tre-4-91-0[91] Der militĂ€rische Erfolg der Protestanten fĂŒhrte zum Passauer Vertrag (August 1552) und schlieĂlich zum Augsburger Reichs- und Religionsfrieden. Als dieser 1555 auf dem Augsburger Reichstag verabschiedet wurde, war Melanchthon nicht anwesend.
Ăbergang ins Konfessionelle Zeitalter (ab 1546)
Nach dem Tod Luthers 1546 gab es ein AutoritĂ€tsvakuum. Die militĂ€risch unterlegenen Protestanten standen seit 1547 unter groĂem politischem Druck. Viele Akteure meinten, in der Endzeit zu leben: Es ging um alles oder nichts, und die Papstkirche wurde als Macht des Bösen angesehen (Belial, Antichrist). Nun kam ein Transformationsprozess in Gang; aus der relativ offenen, vielfĂ€ltigen Wittenberger Reformation wurde das konfessionelle Luthertum. Das geschah mit den Mitteln der damaligen Streitkultur und war fĂŒr die Beteiligten oft traumatisch. Die neuere Forschung unterscheidet acht âStreitkreiseâ, d. h. Gruppen von Schriften und Gegenschriften zu einem gemeinsamen Thema. Wenn man die Akteure, wie es ĂŒblich ist, in zwei âLagerâ einteilt â hier Luthers Erben (Gnesiolutheraner), dort Melanchthon und seine SchĂŒler (Philippisten) â, so vereinfacht man damit die unĂŒbersichtliche Gemengelage. Im Osiandrischen Streit verteidigte sogar Flacius Melanchthons Rechtfertigungslehre, und den Antinomistischen Streit trugen die Gnesiolutheraner weitgehend unter sich aus.cite-ref-92[92]
Ab 1552 trugen Joachim Westphal und Johannes Calvin einen Streit um das AbendmahlsverstĂ€ndnis aus, bei dem sich auf Seiten Calvins Diskussionspartner aus mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern zu Wort meldeten. Melanchthon schwieg. Calvin drĂ€ngte ihn zu einer Stellungnahme, und als das nicht wirkte, behauptete er am 5. Januar 1556, Melanchthon teile seine Position.cite-ref-93[93] Auch Westphal berief sich auf Melanchthon, und beide Seiten konnten das mit einem gewissen Recht tun: Westphal meinte den Melanchthon von 1529/30, Calvin dagegen den Melanchthon, der sich nach der Wittenberger Konkordie (1536) theologisch weiterentwickelt hatte. Da Calvin sich mit ihm nicht abgesprochen hatte, war sein Vorgehen fĂŒr Melanchthon ein Affront, und er ging zu Calvin auf Distanz.cite-ref-94[94] Calvin unternahm mehrere Kontaktversuche im Verlauf des Jahres 1557 und erkundigte sich schlieĂlich, wie das Schweigen aus Wittenberg gemeint sei (7. September 1557). Melanchthon antwortete am 8. Oktober so nichtssagend, dass damit der Kontakt definitiv abgebrochen war.cite-ref-95[95]
Im MĂ€rz 1556 wandte sich der ZĂŒricher Reformator Heinrich Bullinger an Melanchthon mit dem Wunsch, seinem Sohn (ebenfalls Heinrich), der in Wittenberg studierte, gegen Bezahlung Kost und Logis zu gewĂ€hren. Melanchthon stimmte zu. Die Anwesenheit des Sohnes Bullinger in Melanchthons Haushalt förderte die Kommunikation zwischen den Reformatoren. Rund ein Jahr schrieben sich Bullinger und Melanchthon; letzterer klagte ĂŒber seine bedrĂŒckende Lebenssituation in Wittenberg; Bullinger lud ihn wieder nach ZĂŒrich ein, sorgte aber auch dafĂŒr, dass das bekannt wurde und im oberdeutschen Raum GerĂŒchte ĂŒber einen bevorstehenden Umzug Melanchthons kursierten. Im Lauf des Jahres 1557 zeichnete sich ab, dass Melanchthon in Wittenberg blieb, und fĂŒr Bullinger endete dieser Austausch schroff und unerwartet damit, dass Melanchthon am 21. Oktober 1557 in Worms die Verurteilung der ZĂŒricher Abendmahlslehre unterschrieb.cite-ref-96[96] Anlass fĂŒr Melanchthons Aufenthalt dort war ein neuerliches ReligionsgesprĂ€ch, das wegen der Uneinigkeit im protestantischen Lager ohne Ergebnisse blieb und Melanchthons mittlerweile negative Meinung ĂŒber derartige Veranstaltungen bestĂ€tigte. Ottheinrich von der Pfalz lud ihn von Worms nach Heidelberg ein, um bei einer UniversitĂ€tsreform mitzuarbeiten. In der Stadt, wo er einst studiert hatte, wurde Melanchthon am 22. Oktober 1557 ehrenvoll empfangen. Hier ĂŒberbrachte ihm Joachim Camerarius am 27. Oktober die Nachricht vom Tod seiner Frau.cite-ref-97[97]
Familie
Unter den vier fĂŒhrenden Wittenberger Reformatoren war Philipp Melanchthon der einzige Laie. Er war nicht wie Johannes Bugenhagen, Justus Jonas und Martin Luther durch die Priesterweihe zum Zölibat verpflichtet und heiratete als erster aus diesem Kreis. Die Initiative dazu ging freilich nicht von Melanchthon selbst aus, sondern von Luther.cite-ref-mager-1-98-0[98]
Melanchthon wohnte nach seiner Ankunft in Wittenberg zunĂ€chst zur Miete, spĂ€testens seit 1519 in einer Art Wohngemeinschaft mit einigen Studenten zusammen.cite-ref-99[99] Luther meinte, die Gesundheit Melanchthons sei durch Ăberarbeitung gefĂ€hrdet.cite-ref-leben-5-28-1[28] AuĂerdem fĂŒhlte sich der junge TĂŒbinger Humanist an seinem neuen Wohnort offenbar nicht wohl. Um Melanchthons LebensumstĂ€nde zu verbessern, aber auch um ihn in Wittenberg zu halten, suchte Luther fĂŒr Melanchthon 1520 eine Frau.cite-ref-mager-1-98-1[98] Eine arrangierte Ehe war zu jener Zeit ĂŒblich. Melanchthon war zunĂ€chst nicht interessiert, er fĂŒrchtete um den Fortgang seiner Studien. Luther trat dann aber wohl in Melanchthons Auftrag als Brautwerber im Haus Krapp auf, einer Wittenberger Oberschichtfamilie. Der TuchhĂ€ndler und BĂŒrgermeister Hans Krapp war bereits verstorben, die Witwe Katharina Melanchthon, geborene MĂŒntzer, lebte noch bis 1548. Die Eheberedungen fĂŒhrten im August 1520 zur Verlobung zwischen dem 23-jĂ€hrigen Philipp Melanchthon und der gleichaltrigen Katharina Krapp. Die Braut war fĂŒr die damalige Zeit relativ alt; wohl deshalb stimmte die Familie der Ehe mit einem mittellosen, wenn auch sozial hochstehenden Partner zu. Das Paar wurde am Abend des 26. November 1520 getraut, wahrscheinlich von Luther, und nach dem Kirchgang am folgenden Morgen fand das Hochzeitsfest statt. Daran nahmen neben der Familie der Braut Honoratioren von Stadt und UniversitĂ€t teil, einige Freunde Melanchthons, und da dessen Angehörige nicht aus SĂŒddeutschland anreisen konnten, wurden sie von Luthers Familie aus Mansfeld vertreten.cite-ref-100[100]
Sie bezogen ein kleines altes Haus, das Katharina vielleicht als Mitgift in die Ehe brachte. Die ersten Ehejahre waren wirtschaftlich sehr bescheiden, bis Melanchthons Professorengehalt ab 1525 mehrfach angehoben wurde.cite-ref-101[101] Zum Haushalt gehörte auch Johannes Koch, Melanchthons Famulus und enger Vertrauter, der weitreichende Vollmachten besaĂ.cite-ref-leben-5-28-2[28] Katharina brachte vier Kinder zur Welt, die ersten drei Geburten waren fĂŒr sie mit Lebensgefahr verbunden.cite-ref-mager-2-102-0[102] Zwei Töchter und ein Sohn erreichten das Erwachsenenalter:
âą Anna (* 24. August 1522 in Wittenberg; â 27. Februar 1547 in Königsberg),
âą Philipp (* 21. Februar 1525 in Wittenberg; â 3. Oktober 1605 in Wittenberg),
âą Magdalena (* 19. Juli 1531 in Wittenberg; â 12. September 1576).
Melanchthon erhielt zahlreiche Angebote anderer UniversitĂ€ten. KurfĂŒrst Johann Friedrich I. wollte ihn jedoch in Wittenberg halten. Er schenkte ihm 1536 das GrundstĂŒck hinter dem von der Familie Melanchthon bewohnten alten Haus und lieĂ diesen Lehmfachwerkbau durch ein reprĂ€sentatives neues Steinhaus mit Renaissancegiebel ersetzen, das heutige Melanchthonhaus. Im Oktober zog die Familie dort ein, aber fertiggestellt war es erst 1539.cite-ref-104[104]
Melanchthon nahm groĂen Anteil an der Entwicklung seiner Kinder. Gleich nach der Geburt erstellte er fĂŒr sie das Horoskop. Kinderkrankheiten konnten ihn veranlassen, eine Reise zu verschieben. Die Erziehung der Kinder war den Eltern wichtig und wurde durch tĂ€gliche Tischlesungen ergĂ€nzt, neben religiöser Literatur auch griechische und lateinische Klassiker.cite-ref-105[105]
Die Ă€lteste Tochter Anna erhielt eine besonders gute Erziehung. Mit 14 Jahren heiratete sie Melanchthons einstigen SchĂŒler Georg Sabinus, einen Altphilologen und Juristen, spĂ€ter GrĂŒndungsrektor der UniversitĂ€t Königsberg. Die Ehe wĂ€hrte zehn Jahre und war ausgesprochen unglĂŒcklich, woran Melanchthon sich eine Mitverantwortung gab. Als Anna Sabinus mit 24 Jahren bei ihrer sechsten Geburt starb, waren die Eltern tief getroffen, ĂŒbernahmen dann aber Verantwortung fĂŒr Annas Kinder, von denen die Tochter Katharina (* 1538) ab 1544 dauerhaft bei ihnen in Wittenberg lebte.cite-ref-106[106]
Der Sohn Philipp ging 18-jĂ€hrig eine heimliche Verlobung ein, die aber auf Druck seiner Eltern aufgelöst wurde. Die jĂŒngste Tochter Magdalena heiratete 1550 den Mathematiker und Mediziner Caspar Peucer; die Familie Peucer bewohnte das zum Melanchthonhaus gehörige Hinterhaus, so dass ein enger Kontakt zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn bestand.cite-ref-107[107]
Obwohl seine Frau aus der Wittenberger Oberschicht stammte und Melanchthon als Professor an der UniversitĂ€t gut verdiente, gab es im Hause Melanchthon nie einen gröĂeren Wohlstand. StĂ€ndige Besuche von UniversitĂ€tsangehörigen, die sich bei diskutierenden Tischrunden im Hause versammelten, junge Studenten, die Melanchthon in seiner schola domestica als persönlicher Mentor unterrichtete und versorgte, schmĂ€lerten das Budget des Haushalts.cite-ref-108[108] Katharina Melanchthon starb am 11. Oktober 1557, als ihr Mann sich zu ReligionsgesprĂ€chen in Worms aufhielt. Als ihn die Todesnachricht erreichte, blieb er gefasst, und trotz groĂer Trauer stand er erst zehn Wochen spĂ€ter am Grab seiner Frau. Zweieinhalb Jahre lebte er als Witwer, versorgt von der Familie Peucer, und erlebte noch die Heiraten der beiden Ă€ltesten Töchter von Anna Sabinus.cite-ref-109[109]
Zu den Nachkommen Melanchthons gehörten der 1612 in Itzehoe geborene Johann Adolf von Kielmansegg, Kanzler des Herzogtums Schleswig-Holstein-Gottorp und GrĂŒnder der UniversitĂ€t Kiel, und der 1906 in Hessen geborene General Johann Adolf Graf von Kielmansegg.cite-ref-110[110]
Krankheiten und Tod
Melanchthon reagierte auf belastende Lebenssituationen mit psychosomatischen Störungen. So litt er im Sommer 1530 wĂ€hrend des Augsburger Reichstags, bei der Arbeit an der Confessio Augustana, an Husten und Schlaflosigkeit, schlieĂlich an so heftigen Gliederschmerzen, dass er nicht mehr gehen konnte.cite-ref-fr-mmigkeit-51-1[51] Sorgen wegen der Eheprobleme seiner Tochter Anna bewirkten ebenfalls psychosomatische Erkrankungen und depressive Phasen bis hin zu TodeswĂŒnschen.cite-ref-113[113] Aus seinen Briefen geht hervor, dass er oft Schonkost brauchte.cite-ref-114[114]
Von einer Dienstreise nach Leipzig Ende MĂ€rz 1560 kam der 63-jĂ€hrige Melanchthon am 4. April durchgefroren zurĂŒck. WĂ€hrend der Nacht vom 7. zum 8. April bekam er Fieber und starken Husten. Trotz seiner Erkrankung nahm er an den Folgetagen noch die meisten seiner ĂŒblichen TĂ€tigkeiten wahr, doch ab Karsamstag, dem 13. April, war er bettlĂ€gerig. Am Ostersonntag, dem 14. April, schrieb Melanchthon morgens seine letzten Briefe, darunter einen Abschiedsbrief an seinen âMeisterschĂŒlerâ Jacob Runge in Greifswald (Foto). Darin heiĂt es: âDies schrieb ich mĂŒhsam mit zitternder Hand, weil ein Katarrh ... mir nun ein Fieber auslöste ... und die Konjunktion von Saturn und Mars an einem todbringenden Ort mir feindlich ist.âcite-ref-115[115] Die Familie brach zum Ostergottesdienst auf, nur Joachim Camerarius blieb als Freund an Melanchthons Bett.cite-ref-116[116] Mitarbeiter und Freunde besuchten ihn an den folgenden Tagen, und Melanchthon betete fĂŒr sie. Am 19. April versammelten sich Familie und Freunde um Melanchthons Sterbebett. Er bewegte in seinen letzten Stunden hĂ€ufig die Lippen, was man als stilles Gebet interpretierte; zwischen sechs und sieben Uhr abends verstarb er.cite-ref-117[117]
Der Leichnam wurde im Studierzimmer aufgebahrt, und Wittenberger BĂŒrger wie auch UniversitĂ€tsangehörige nahmen von ihm Abschied. Auch von Melanchthon gibt es, wie von Luther, einen Zettel mit letzten Aufzeichnungen. Melanchthon nannte darin GrĂŒnde, warum man den Tod nicht fĂŒrchten mĂŒsse: âDu wirst von der SĂŒnde erlöst. Du wirst befreit von aller MĂŒhsal und der Wut der Theologen (rabies theologorum). Du wirst ins Licht kommen, du wirst Gott schauen und seinen Sohn. Du wirst die wunderbaren Geheimnisse erkennen, die du in diesem Leben nicht verstehen konntestâŠâcite-ref-118[118] Martin H. Jung kommentiert: Melanchthons Jenseits war eine Art âhimmlische Akademie.âcite-ref-119[119]
Beisetzung
Melanchthon stand mit seiner Person fĂŒr die KontinuitĂ€t mit den AnfĂ€ngen der Reformation. So bedeutete sein Tod eine tiefe Verunsicherung, der man mit einer besonders feierlichen Trauerzeremonie begegnete. In der Stadtkirche St. Marien fand am 21. April 1560 nachmittags der Trauergottesdienst statt. Die deutsche Leichenrede hielt Paul Eber. Die Prozession der Wittenberger und UniversitĂ€tsangehörigen zog von dort zur Schlosskirche. Der Sarg wurde neben Luthers Grab abgesetzt, und der Medizinprofessor Veit Winsheim hielt die lateinische Trauerrede. Er beschwor den âMythos Wittenbergâ und die Eintracht zwischen Luther und Melanchthon. Nun wurde der Sarg ins Grab gesenkt, womit die ĂŒber dreistĂŒndige Veranstaltung endete.cite-ref-120[120]
Die Bronzeplatte ĂŒber Melanchthons Grab ist derjenigen Luthers gleich gestaltet und trĂ€gt folgende lateinische Inschrift: âAn diesem Ort ist der Leib des wĂŒrdigen Mannes Philipp Melanchthon beigesetzt, der im Jahre Christi 1560 am 19. April verstarb, nachdem er 63 Jahre, 2 Monate und 2 Tage gelebt hatte.âcite-ref-121[121] Der Sandsteinsockel entspricht nicht dem Originalzustand. Damit wurde die Bronzeplatte bei Renovierungsarbeiten 1892 erhöht.cite-ref-122[122]
Reaktionen auf Melanchthons Tod
In verschiedenen Orten fanden Melanchthon-Gedenkveranstaltungen statt, zum Beispiel eine Trauerfeier der UniversitĂ€t TĂŒbingen (15. Mai 1560); die Gedenkrede hielt Jakob Heerbrand. Mit Nachrufen auf den Meister, teils lyrischer Art, bekannten sich viele Gelehrte als Philippisten; die Gegenseite nutzte Melanchthons Tod zwar nicht zu SchmĂ€hungen, doch gab es ein beredtes Schweigen, etwa in Magdeburg und in der Schweiz.cite-ref-123[123]
Joachim Camerarius, der als enger Freund Melanchthons an dessen Sterbebett gesessen hatte, verfasste eine Biografie, die 1566 in Leipzig erschien und bis ins 18. Jahrhundert nachgedruckt wurde: Philipp Melanchthons Herkunft, ganzer Lebenslauf und Tod (De Philippi Melanchthonis ortu, totius vitae curriculo et morte). Camerarius kannte Melanchthons Privatleben sehr gut, aber er wĂ€hlte aus, was geeignet war, dem Toten ein ehrendes Andenken zu sichern. So betonte er Melanchthons Ăbereinstimmung mit Luther und sein standhaftes, ehrliches und kluges Verhalten in Verhandlungen.cite-ref-124[124]
Werk
Grammatik, Rhetorik, Dialektik
1516 erschien das erste wissenschaftliche Werk Melanchthons im Druck: eine Ausgabe des römischen Komödiendichters Terenz samt einer Einleitung ĂŒber die Geschichte der antiken Komödie, des Weiteren 1518 eine griechische Grammatik, die sich in den folgenden Jahrzehnten zum Standardwerk mit ĂŒber vierzig Auflagen entwickelte. Was dieses Buch so erfolgreich machte, war die Kombination von Spracherwerb und HinfĂŒhrung zu den antiken Klassikern und, damit verbunden, Persönlichkeitsbildung.cite-ref-tre-1-5-4[5]cite-ref-125[125]
Humanisten entwickelten die Stichwortsammlung als Methode zur Systematisierung des Stoffes. Erasmus von Rotterdam stellte im Methodus (1516) Bibelzitate geordnet nach Schlagworten (Loci) zusammen, die dann gelernt werden sollten. Melanchthon ging in den Loci communes einen Schritt weiter: die Schlagworte sollen aus dem Bibeltext selbst erhoben, nicht von auĂen an ihn herangetragen werden. Das Verfahren zur Gewinnung dieser Loci ist die Analyse des Römerbriefs mit dem Instrumentarium der spĂ€thumanistischen Rhetorik.cite-ref-126[126] Dass Melanchthon als Theologe so vorgehen wĂŒrde, war zu erwarten, denn er war stark geprĂ€gt von der rhetorischen Dialektik Rudolf Agricolas. âEs war geradezu unausweichlich: sofern Melanchthon sich mit Theologie befasste, konnte angesichts seiner Bildungsstruktur nur eine rhetorisch-philosophische, eben topische Theologie herauskommen.âcite-ref-127[127]
Die Rhetorik gliederte ihr Aufgabenfeld bisher in genus demonstrativum (BeweisfĂŒhrung), genus deliberativum (Handlungsanweisung) und genus iudicale (Beurteilung von StreitfĂ€llen); Melanchthon fĂŒgte ein genus didascalicum neu hinzu, die plausible Darstellung von ZusammenhĂ€ngen. Melanchthon verfasste zahlreiche Reden, in denen er Proben ablieferte, was das genus didascalicum beinhaltet: Themen aus unterschiedlichen Wissensgebieten werden kurz, klar strukturiert und gut lernbar vorgetragen.cite-ref-128[128]
Neulateinische Dichtung
Von Melanchthon sind ĂŒber 600 neulateinische Epigramme erhalten. Ein Humanist des 16. Jahrhunderts war stets auch Dichter. Es gehörte in diesen sozialen Netzwerken dazu, sich angeblich nur flĂŒchtig hingeworfene, in Wirklichkeit aber sehr gut ausgearbeitete Gedichte zukommen zu lassen. Typischerweise stellt der Verfasser bescheiden sein poetisches Talent in Frage und kann damit rechnen, dass das Publikum ihm dieses zusprechen wird. Melanchthons Epigramme sind solche Gelegenheitsdichtungen, stets in geistreichem Bezug auf antike Autoren, was aber oft nur angedeutet wird. Der Leser muss also einen entsprechenden Hintergrund haben, um auf dieses Spiel eingehen zu können. Melanchthons Gedichte haben hĂ€ufig religiöse Inhalte.cite-ref-129[129]
Geschichtsschreibung
Melanchthon betonte seit seiner Wittenberger Antrittsvorlesung den Wert der Geschichtsschreibung. Er verfasste Reden ĂŒber historische Themen und als Alterswerk eine Universalgeschichte von der Schöpfung der Welt bis zu Karl dem GroĂen unter dem Titel Chronicon Carionis. Sein Schwiegersohn Caspar Peucer fĂŒhrte das Werk weiter bis zum Vorabend der Reformation, wobei er Texte Melanchthons einarbeitete. Melanchthon betonte, ganz im Sinn der Zwei-Reiche-Lehre, den Unterschied zwischen politischer Geschichte und Kirchengeschichte. Die Interventionen mittelalterlicher PĂ€pste in die kaiserliche Politik seien daher unrechtmĂ€Ăig. Karl der GroĂe war fĂŒr Melanchthon ein idealer Herrscher, der auch durch seine Frömmigkeit und Bildung vorbildhaft gewesen sei.cite-ref-130[130]
Mathematik
Melanchthon war in seiner TĂŒbinger Studienzeit von den Vorlesungen Johannes Stöfflers fasziniert. Sie weckten sein Interesse fĂŒr Naturwissenschaften und Mathematik einerseits, Astronomie und Astrologie andererseits. Besonders beschĂ€ftigte er sich spĂ€terhin mit Astrologie, was ein solides Grundwissen in Arithmetik und Geometrie zur Voraussetzung hatte. Melanchthon förderte diese Kenntnisse im Rahmen seiner Studien- und Schulreform. Er verfasste Vorworte zu lateinischen LehrbĂŒchern, zum Beispiel zur Basler lateinischen Euklid-Ausgabe von 1537 und zur Arithmetica Integra des Michael Stifel (1544). Er setzte sich seit 1521 dafĂŒr ein, dass die UniversitĂ€t Wittenberg zwei LehrstĂŒhle fĂŒr âniedereâ und âhöhereâ Mathematik erhielt, was erst 1536 gelang; an den Berufungen von Georg Joachim Rheticus und Erasmus Reinhold hatte er einen erheblichen Anteil. WĂ€hrend er mit dem Mathematiker Nikolaus Medler im Briefwechsel stand, ist kein Kontakt Melanchthons zu Rechenmeistern wie Adam Ries oder Johann Albert bekannt. Da Albert in Wittenberg als KĂŒster an der Stadtkirche tĂ€tig war, mĂŒsste er Melanchthon im Alltag hĂ€ufig begegnet sein; womöglich machte dies den Austausch von Briefen ĂŒberflĂŒssig.cite-ref-131[131]
Astronomie und Astrologie
â
Hauptartikel
:
Initia doctrinae physicae
Melanchthon lehnte das heliozentrische Weltbild des Nikolaus Kopernikus ab, weil das geozentrische Weltbild der Bibel entspreche. Er war stark an der Verbesserung der Astronomie interessiert und sah den Weg dahin in der RĂŒckkehr zu den antiken Quellen, in diesem Fall zu Claudius PtolemĂ€us, dessen Tetrabiblos er ins Lateinische ĂŒbersetzte. Melanchthon vermied es, gegen Kopernikus zu polemisieren und machte stattdessen Aristarchos von Samos als Gegner aus.
Rheticus, einer der beiden Wittenberger Mathematikprofessoren, war indes von Kopernikus ĂŒberzeugt. Als er 1542 von Wittenberg nach NĂŒrnberg zog, um dort die Werke des Kopernikus drucken zu lassen, gab ihm Melanchthon ein Empfehlungsschreiben mit. Melanchthon selbst arbeitete Vorlesungen zur Naturlehre (Physik) aus, die 1549 auch als Lehrbuch gedruckt wurden. Darin diffamierte er Kopernikus, ohne ihn namentlich zu nennen:
âAber hier haben einige, sei es aus Neuerungssucht, sei es um ihre geistigen FĂ€higkeiten unter Beweis zu stellen, die Behauptung aufgestellt, die Erde bewege sich, und sie bestehen darauf, daĂ weder die achte SphĂ€re noch die Sonne sich bewege. ... Diese Spielereien sind keineswegs neue Erfindungen. ... Auch wenn scharfsinnige Wissenschaftler vieles um der geistigen Ăbung willen untersuchen, so ist es dennoch nicht anstĂ€ndig, in aller Ăffentlichkeit unsinnige Lehrmeinungen zu vertreten, und das Beispiel stiftet Schaden.â
â
Philipp Melanchthon
:
Initia doctrinae physicae
Seit der Neuauflage von 1550 lieĂ Melanchthon das heliozentrische Weltbild immerhin als Denkmodell zu.cite-ref-133[133] Erasmus Reinhold, der zweite Wittenberger Mathematiker, erarbeitete seit 1544 Tabellen, die die Position der Planeten im VerhĂ€ltnis zu den Fixsternen darstellten (Ephemeriden). Gemeinsam mit Caspar Peucer, Melanchthons Schwiegersohn und enger Mitarbeiter, entwickelte er die sogenannte âWittenberger Deutungâ, der sich schlieĂlich auch Melanchthon anschloss: Die Frage der Erdbewegung tritt zurĂŒck zugunsten der Gleichförmigkeit der Kreisbewegung, und Kopernikus wurde insoweit rezipiert, als seine Berechnungen den Gleichförmigkeitsgrundsatz bestĂ€tigten. Auf diese Weise konnte man die praktischen Vorteile von Kopernikusâ De revolutionibus nutzen und dennoch, zumindest theoretisch, am geozentrischen Weltbild festhalten.cite-ref-134[134]
Melanchthon war von der Astrologie fasziniert, was sich in seinen Schriften spiegelt. Dabei war er sich mit Martin Luther uneinig, der jegliche nicht-biblische Prophetie (wie mantische KĂŒnste) und okkulte Wissenschaften als vom Teufel verursachte Wissenszweigecite-ref-135[135] ablehnte. Lynn Thorndike nahm 1941 an, dass Melanchthon einen Zirkel von Astrologen um sich scharte, die miteinander in Briefkontakt standen. Darunter sollen sich unter anderem Simon Grynaeus, Joachim Cureus, Johannes Carion, Hieronymus Wolf, Johannes Schöner sowie Melanchthons Schwiegersohn Peucer befunden haben. TatsĂ€chlich standen zahlreiche deutsche Astrologen des spĂ€ten 16. Jahrhunderts in Verbindung mit der Wittenberger UniversitĂ€t, die in ihrem Studienprogramm einen besonderen Schwerpunkt in Mathematik und Astrologie hatte. Melanchton dabei als zentral anzusehen, wĂ€re aber wohl eine Ăberzeichnung.cite-ref-136[136]
Die angewandte Astrologie hatte Einfluss auf Melanchthons Lebensplanung. Besonders stark wirkte sich ein Horoskop aus, das der pfĂ€lzische Hofastrologe Johannes Virdung fĂŒr ihn erstellt hatte: Der Weg nach Norden sei fĂŒr ihn gefĂ€hrlich, und ihm drohe ein Schiffbruch in der Ostsee. Konsequenterweise schlug Melanchthon alle Einladungen nach DĂ€nemark und England aus, trotz der Möglichkeiten, die sich ihm dort geboten hĂ€tten.cite-ref-137[137]
Theologie
Die Lutherbibel ist ein Gemeinschaftswerk, an dem Melanchthon groĂen Anteil hatte. Im Griechischen war er Luther weit ĂŒberlegen, der bei ihm Unterricht nahm. Seine in TĂŒbingen erworbenen HebrĂ€ischkenntnisse qualifizierten ihn fĂŒr eine Vakanzvertretung des Wittenberger HebrĂ€ischlehrstuhls. Er erarbeitete die Ăbersetzung der im Neuen Testament vorkommenden MĂŒnzbezeichnungen durch die Namen zeitgenössischer, ihnen im Wert entsprechender MĂŒnzen und veröffentlichte 1529 eine Schrift ĂŒber antike MaĂ- und MĂŒnzbezeichnungen. Melanchthon ĂŒbersetzte in den Apokryphen wahrscheinlich das 1. Buch der MakkabĂ€er.cite-ref-138[138]
Seine Schriften zur systematischen Theologie hat Melanchthon mehrfach ĂŒberarbeitet; vorgestellt wird seine Theologie im Folgenden in ihrer ausgereiften Form, in der sie auch am meisten rezipiert wurde. Die Theologie ist nach Melanchthon so gewiss wie die Mathematik, grĂŒndet aber nicht auf Vernunft, sondern auf Offenbarung; der sachgemĂ€Ăe Weg zum VerstĂ€ndnis dieser Offenbarung geht ĂŒber die Kenntnis der Sprachen, in denen sie vorliegt: HebrĂ€isch und Griechisch. Auch die altkirchlichen Dogmen, zum Beispiel die TrinitĂ€tslehre, waren fĂŒr Melanchthon aus der Bibel ableitbar. Das verteidigte er seit 1530 gegen die Antitrinitarier. Das zweckfreie Studium der Natur ermögliche Erkenntnis Gottes aus seiner Schöpfung (vgl. NatĂŒrliche Theologie), die freilich durch Offenbarung ergĂ€nzt werden muss. Gott habe den Menschen so erschaffen, dass er aus eigenem Willen Böses tun kann. Das ist Melanchthons Antwort auf das Theodizeeproblem. Der Mensch kann nicht aus eigenem freien Willen das Heil erreichen, aber er ist von Gott so geschaffen, dass er seine Zustimmung zum Heil verweigern kann: mit dieser Argumentation lehnte Melanchthon die von Calvinisten vertretene doppelte PrĂ€destination ab.cite-ref-139[139]
In seiner Ethik unterscheidet Melanchthon Gesetz und Evangelium. Das im Dekalog zusammengefasste göttliche Moral- und Sittengesetz sei der Sache nach in verschiedenen Kulturen bekannt und ermögliche das Zusammenleben der menschlichen Gesellschaft. Dieser usus civilis betrifft Themenbereiche wie Arbeit, Eigentum, AutoritĂ€t, Familie. Nicht nur Ă€uĂerlich befolgt, sondern radikal verstanden decke das Gesetz die Zweifel und bösen Neigungen auf und ĂŒberfĂŒhre den Menschen somit im Gewissen seiner SĂŒndhaftigkeit (usus theologicus oder elenchticus). Das Evangelium offenbare die Versöhnung des Menschen mit Gott, die durch Jesus Christus geschenkt wird; das Gesetz hingegen schenke dem Menschen nichts, sondern fordere ErfĂŒllung seiner Gebote. Im Gegensatz zu Johannes Agricola und Matthias Flacius ordnet Melanchthon die BuĂpredigt nicht dem Gesetz zu, sondern dem Evangelium. Der reuige Mensch mĂŒsse daher nicht verzweifeln; er empfange die Vergebung sola gratia. Das bleibt keine Ă€uĂerliche Zusage: der Heilige Geist verhelfe dem Menschen dazu, sich die Versöhnung mit Gott vertrauensvoll anzueignen. Melanchthon definiert Rechtfertigung forensisch als ein Urteil Gottes, das gleichzeitig mit der vom Heiligen Geist bewirkten Erneuerung zu denken ist. So erneuert, könne der Mensch das Gesetz auf eine tiefere Weise verstehen (tertius usus legis).cite-ref-140[140]
Melanchthons Ekklesiologie weist den Gedanken ab, die wahre Kirche sei unsichtbar: Kirche ist die sichtbare âVersammlung aller GlĂ€ubigen âŠ, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden (congregatio sanctorum, in qua evangelium pure docetur et recte administrantur sacramenta).âcite-ref-141[141] Die von Melanchthon geförderte BeschĂ€ftigung mit der Kirchengeschichte dient dem Nachweis, dass eine solche Kirche stets existierte. Bischöfliche Sukzession gehört nicht zu den Kennzeichen der Kirche, doch dem geistlichen Amt gebĂŒhrt Respekt. In der Sakramentenlehre erhebt Melanchthon aus dem Neuen Testament drei Zeichen der Gnade: die Taufe (und zwar die Kindertaufe nach dem Brauch der frĂŒhen Kirche), das Abendmahl und die Absolution. Auch die Ordination zum Pfarramt kann Melanchthon als Sakrament bezeichnen. Die Firmung wird abgelehnt, die Konfirmation empfohlen. Im Abendmahl ist Christus nach Melanchthon wahrhaft gegenwĂ€rtig, aber er macht keine Angaben dazu, wie sich Christi Leib und Blut zu Brot und Wein der Feier verhalten. Zwischen einer RealprĂ€senz, wie sie unter anderem Joachim Westphal lehrte, und dem spiritualistischen AbendmahlsverstĂ€ndnis Johannes Calvins versuchte Melanchthon mit Martin Bucer einen Mittelweg zu halten. Die in der Wittenberger Konkordie gefundene Kompromissformel, Christus sei âmit Brot und Weinâ (cum pane et vino) gegenwĂ€rtig, trug er 1540 nachtrĂ€glich in die Confessio Augustana ein (CA Variata).cite-ref-142[142]
Rechtswissenschaft
Im Unterschied zu Luther interessierte sich Melanchthon fĂŒr juristische Themen; man erkennt darin den Einfluss seines Mentors, des Juristen Johannes Reuchlin. In Wittenberg war er mit dem Juristen Hieronymus Schurff befreundet. Melanchthon vollzog Luthers Ablehnung des kanonischen Rechts mit. Dadurch wurde die Frage drĂ€ngend, was z. B. im Eherecht, Prozessrecht und vielen anderen Bereichen an dessen Stelle treten könne. Nach einem kurzen biblizistischen Versuch mit dem Pentateuch als Rechtsquelle entschied sich Melanchthon fĂŒr das römische Recht. Die Sammlung des Corpus iuris civilis komme als ratio scripta dem Naturrecht am nĂ€chsten. Aus der Nikomachischen Ethik (Aristoteles) leitete Melanchthon seine Aequitaslehre ab; die Milderung (mitigatio) des Gesetzes (ius strictum) entspreche der Barmherzigkeit Gottes. Bei Cicero fand Melanchthon die anthropozentrische und subjektivistische Akzentuierung, die fĂŒr seine eigene Naturrechtslehre kennzeichnend ist. Er betonte also die stoische, rationale Herleitung gegenĂŒber der aristotelischen Herleitung aus affektiven Neigungen des Menschen. Diese FĂ€higkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, macht zusammen mit der Gotteserkenntnis und der FĂ€higkeit, mit dem Willen dem fĂŒr gut Erkannten zu entsprechen, das Wesen der Gottebenbildlichkeit aus. Der Unterschied zur scholastischen Naturrechtslehre ist deutlich: âDas Naturrecht ⊠wird ganz im subjektiven menschlichen Geist verankert. Die scholastische Ableitung des Naturgesetzes aus der lex aeterna wird in den Hintergrund gedrĂ€ngtâŠ, ebenso wie die ⊠BegrĂŒndung konkreter Naturgesetze von den natĂŒrlichen Neigungen ⊠her.âcite-ref-143[143]
Medizin
Melanchthon vertrat eine Wiederbelebung der antiken griechischen Medizin und empfahl besonders die Schriften von Hippokrates und Galen. Er verstand Medizin vor allem als Buchwissenschaft und war misstrauisch gegenĂŒber der reinen Empirik. Deshalb forderte er, die nicht-akademisch gebildeten Ărzte der Kontrolle universitĂ€r ausgebildeter Mediziner zu unterstellen. Ăber den praktischen Wert zur Behandlung von Krankheiten hinaus schĂ€tzte er die Medizin als Wissenschaft, die sich der Ordnung der Schöpfung widme. Sein vielgelesenes âBuch ĂŒber die Seeleâ (Liber de anima, 1552) ist fĂŒr die Gattung ungewöhnlich, da mehr als die HĂ€lfte des Textes Anatomie und Physiologie behandelt. Die AutoritĂ€t ist Galen. Melanchthon besaĂ ein Exemplar von Andreas Vesaliusâ De humani corporis fabrica und nutzte dessen durch Leichenschau gewonnene Erkenntnisse fĂŒr Korrekturen. Er brachte den Leser zwar auf den neueren Kenntnisstand, lieĂ die WidersprĂŒche zwischen Vesalius und Galen aber möglichst in den Hintergrund treten. Eine wichtige Korrektur betrifft das ânetzförmige Geflechtâ, das Galen an der Hirnbasis beschrieb, dessen Existenz âmanâ (d. h. Vesalius) aber nun verneine.cite-ref-144[144]
Das Studium der menschlichen Anatomie versuchte Melanchthon fĂŒr die Anthropologie nutzbar zu machen, indem er nach Galen den Verstand im Gehirn, die Affekte im Herzen und die Triebe in der Leber lokalisierte. Die vollkommene Harmonie sei durch den SĂŒndenfall gestört, aber Gott wirke zur Rettung des Menschen mit dem Evangelium auf den Verstand und mit dem Heiligen Geist auf die Affekte ein. Der anatomisch Geschulte könne nachvollziehen, wie die Organe zusammenwirken und werde so in der Wahl der richtigen Lebensweise unterstĂŒtzt, Frömmigkeit inbegriffen.cite-ref-145[145]
Wirkungsgeschichte
Vom 16. bis 18. Jahrhundert
Deutschsprachiges Luthertum
Melanchthon als Theologe
âMelanchthon wurde in der Vielgestaltigkeit seiner Rezeptionen ein wichtiger Faktor der theologischen Pluralisierung des Protestantismus.âcite-ref-146[146] (Walter Sparn). Die in den 1570er Jahren in einem komplexen Diskussionsprozess ausgehandelte Konkordienformel war der Versuch, die innerlutherischen Streitigkeiten zu beenden; sie ist ein Kommentar bzw. eine Leseanleitung zu den Ă€lteren Bekenntnisschriften, darunter zwei Dokumente aus Melanchthons Feder: Confessio Augustana und Apologie. In der Vorrede nannte sie zustimmend Melanchthons Namen, aber inhaltlich ist das Dokument in vielen Themenbereichen eine Abkehr von Melanchthons AnsĂ€tzen: Anthropologie, Rechtfertigungslehre, Christologie, Ethik und Abendmahlslehre. Die Philippisten waren also unterlegen. Dass melanchthonisches Gedankengut gleichwohl erhalten blieb, etwa in der Willenslehre, war Martin Chemnitz und David ChytrĂ€us zu verdanken.cite-ref-147[147]
War das Melanchthonbild in weiten Teilen der altlutherischen Orthodoxie sehr kritisch, so setzte sich das im kirchlichen Pietismus nicht fort. Bei Philipp Jacob Spener, August Hermann Francke, Johann Albrecht Bengel wie auch Nikolaus Ludwig von Zinzendorf bereitete sich vielmehr das positive Melanchthonbild der AufklĂ€rung vor.cite-ref-148[148] Der radikale Pietismus steigerte dagegen die orthodoxe Melanchthonkritik ins Extreme, mit einem Unterschied: War fĂŒr die altlutherische Orthodoxie die Person Melanchthons das Problem, dessen Fehler die Kirche nur am Rande beschĂ€digt hĂ€tten, so meinte Gottfried Arnold in der Unparteiischen Kirchen- und Ketzerhistorie (1700/1715), Melanchthon habe den Weg zu einer substanziellen Korruption der Kirche bereitet. Vorzuwerfen seien ihm die Rehabilitation der aristotelischen Philosophie, die Etablierung verpflichtender BekenntnissĂ€tze und die Unterstellung der Kirche unter die Kontrolle der weltlichen Obrigkeit.cite-ref-149[149]
Die WertschĂ€tzung Melanchthons kann geradezu als Kennzeichen aufklĂ€rerischer Theologie gelten. Johann Lorenz von Mosheim berief sich Mitte des 18. Jahrhunderts auf den âguten und mildenâ Melanchthon; ebenso wie dieser sah er in der Kirchengeschichte eine Orientierungshilfe fĂŒr die Gegenwart. SpĂ€tere AufklĂ€rer schĂ€tzten Melanchthon vor allem als Ethiker, wobei ihre eigene Ethik freilich nicht melanchthonisch war.cite-ref-150[150]
Melanchthon als âLehrer Deutschlandsâ (Praeceptor Germaniae)
In Melanchthons Todesjahr 1560 erschien in Frankfurt am Main eine Gedichtsammlung zu seinen Ehren. Hier begegnet erstmals der Begriff Praeceptor Germaniae.cite-ref-151[151] Dieser verbreitete Titel Melanchthons ist irrefĂŒhrend, weil er die europaweiten Wirkungen, die von seinem Werk ausgingen, auf Deutschland einengt.cite-ref-152[152]
Melanchthon förderte den Griechischunterricht, aber anscheinend auf mittlerem Niveau; in seinem SchĂŒlerkreis ist kein bedeutender GrĂ€zist zu finden.cite-ref-153[153] Die Loci-Methode Melanchthons veraltete bereits im ausgehenden 16. Jahrhundert, da der Ramismus nun als didaktisch ĂŒberlegen galt.cite-ref-154[154] Die UniversitĂ€t Altdorf und die UniversitĂ€t Helmstedt, beide melanchthonisch geprĂ€gt, verboten den Ramismus, kehrten aber nicht etwa zu Melanchthons Loci zurĂŒck, sondern verwendeten die Methodologie des Paduaner Reformaristotelismus (Jacopo Zabarella). Dagegen wurde Melanchthons Rhetorik stĂ€rker rezipiert, und seine Naturphilosophie (Mathematik, Physik, Astronomie, Medizin) wurde von einem SchĂŒlerkreis weitergetragen, zu dem etwa Jakob Milich, Nikolaus Selnecker, Paul Eber, Caspar Peucer und BartholomĂ€us Schönborn gerechnet werden.cite-ref-155[155] Melanchthons Liber de anima wurde von den Wittenberger Statuten 1572 als anatomisch-medizinisches Lehrbuch vorgeschrieben, seine Seelenlehre wurde aber bereits um 1600 nicht mehr empfohlen, ebenso erging es den ethischen und politiktheoretischen Schriften. Man berief sich zwar auf Melanchthon, diskutierte aber Jean Bodin, Francisco SuĂĄrez oder Hugo Grotius. Als Samuel von Pufendorf 1672 das Naturrecht von dem Gedanken der Gottebenbildlichkeit und dem Dekalog ablöste, war Melanchthon verabschiedet, wie die Zeitgenossen bemerkten.cite-ref-156[156]
Lutherische Kirchen in Europa
Zahlreiche skandinavische Studenten waren in den 1520er und 1530er Jahren in Wittenberg immatrikuliert, die dann in ihren HerkunftslĂ€ndern die lutherische Reformation verbreiteten. Der MelanchthonschĂŒler Niels Hemmingsen hatte an der nach Wittenberger Vorbild betriebenen UniversitĂ€t Kopenhagen eine besondere Bedeutung fĂŒr die Melanchthonrezeption im Königreich DĂ€nemark. Eine entsprechende UniversitĂ€tsreform gelang in Uppsala nicht, so dass schwedische und finnische Theologiestudenten weiterhin nach Wittenberg reisten, bis die UniversitĂ€t Rostock zum bevorzugten Studienort avancierte; hier wirkte der MelanchthonschĂŒler David ChytrĂ€us.cite-ref-157[157]
Auch die bildungspolitischen Impulse Melanchthons wurden aufgenommen, so grĂŒndete Herluf Trolle die dĂ€nische Eliteschule Herlufsholm nach dem Vorbild von Schulpforta und MeiĂen.cite-ref-158[158] Georg Norman kam 1539 mit Empfehlungsbriefen von Luther und Melanchthon nach Stockholm und vermittelte Impulse des letzteren sowohl in die schwedische Kirche als auch in das Bildungssystem, z. B. Melanchthons SĂ€chsische Schulordnung (1528) und die Loci communes, die seit 1558 auch in einer schwedischen Bearbeitung fĂŒr die Pfarrerausbildung zur VerfĂŒgung standen.cite-ref-159[159] Besonders stark war Melanchthons Einfluss sowohl als Theologe wie auch als Humanist in Island. Beispielsweise schrieb GĂsli JĂłnsson 1558 ein islĂ€ndisches Lehrbuch fĂŒr Pfarrer, das weitgehend auf den Loci communes beruhte, und das erste islĂ€ndische Schulbuch ĂŒberhaupt war eine lateinische Grammatik, die Melanchthons Grammatica latina adaptierte und bis ins 18. Jahrhundert die Basis fĂŒr den Lateinunterricht bildete. In der zweiten Klasse war Melanchthons Lehrbuch der Logik durch die Schulordnung als PflichtlektĂŒre vorgeschrieben.cite-ref-160[160]
Die lutherische Reformation in SĂŒdosteuropa war ebenfalls von ihm geprĂ€gt. Die ungarischen Studenten in Wittenberg konnten in der Regel kein Deutsch, aber sehr gut Latein, weshalb sie bevorzugt bei Melanchthon wohnten. Matthias DĂ©vai, der Reformator Ungarns, war MelanchthonschĂŒler. Melanchthonschriften wurden in Ungarn hĂ€ufig gedruckt, neben theologischen Werken auch seine griechische und lateinische Grammatik, eine Studienordnung und eine Gedichtsammlung.cite-ref-161[161]
Reformierte Kirchenfamilie
Es gab zwar rund hundert Schweizer Studenten in Wittenberg zu Melanchthons Lebzeiten, aber eine Verbreitung seiner Impulse durch diese Personen ist nicht dokumentiert. Dagegen wurden seine theologischen und pĂ€dagogischen Werke besonders in Basel gedruckt und beeinflussten Didaktik und Lehre bei Wolfgang Musculus in Bern, sowie Conrad Gesner, Ludwig Lavater und Rudolf Gwalter an der UniversitĂ€t ZĂŒrich. Die Schweizer Reformatoren Johannes Oekolampad in Basel, Heinrich Bullinger in ZĂŒrich und Johannes Calvin in Genf standen lange Zeit in Briefkontakt mit Melanchthon, weil man annahm, ihn fĂŒr die eigenen Positionen gewinnen zu können. Diese Erwartungen wurden enttĂ€uscht. Danach wandte sich die Schweizer reformierte Theologie schon im spĂ€ten 16. Jahrhundert vor allem dem Werk der eigenen Reformatoren zu.cite-ref-162[162]
Da die AnhÀnger Johannes Calvins im Heiligen Römischen Reich bestrebt waren, sich unter den Schutz der Confessio Augustana zu stellen, war die Melanchthon-Rezeption hier besonders intensiv. In der Kurpfalz (UniversitÀt Heidelberg) schÀtzte man seine Luther und Calvin verbindende Theologie. Der Heidelberger Katechismus (1563) zeigt im Aufbau und in der Terminologie einen starken Einfluss Melanchthons:cite-ref-163[163]
âą Dreiteilung: Von des Menschen Elend â Von des Menschen Erlösung â Von des Menschen Dankbarkeit
âą Frage 1 (âWas ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?â)
âą Frage 21: Glaube als Erkenntnis und Vertrauen
âą Frage 53: Teilhabe an Christus als Teilhabe an Christi Wohltaten
Melanchthonisch ist die Bundestheologie, welche die Heilszusage betont. Die PrĂ€destination ist kein davon selbstĂ€ndiges Thema.cite-ref-164[164] Ein Hauptverfasser, Zacharias Ursinus, war MelanchthonschĂŒler und seinem Lehrer stets eng verbunden. Der Heidelberger Katechismus erfuhr aber spĂ€tere Ăberarbeitungen, die stĂ€rker die Handschrift westeuropĂ€ischer, calvinistischer FlĂŒchtlingsgemeinden tragen. Ihnen verdankt er seine dezidiert antitridentinische Profilierung (Frage 80: Die Messe ist eine âvermaledeite Abgöttereiâ) und Akzentverschiebungen in der Sakramentenlehre.cite-ref-165[165]
In den reformierten Niederlanden konnte man sich auf Melanchthon berufen, wenn man eine andere PrÀdestinationslehre als Calvin vertrat. Provinzsynoden billigten seine Auffassungen als gut reformiert, aber die Spannung zwischen ihnen und Calvins Lehre wurden immer stÀrker empfunden. Auf der Synode von Dordrecht (1618/19) beriefen sich die Remonstranten auf ihn; da sie unterlagen und ihre Lehre verurteilt wurde, war der Name Melanchthon danach in den Niederlanden negativ konnotiert, und die direkte Wirkung seiner Theologie brach ab.cite-ref-166[166]
Vom 19. bis 21. Jahrhundert
Evangelische Kirche in Deutschland
Vermittlungs- und Unionstheologen des 19. Jahrhunderts fanden bei Melanchthon AnknĂŒpfungspunkte. Bei Friedrich Schleiermacher kam hinzu, dass er Ă€hnlich wie der Wittenberger Universalgelehrte an der theologischen wie auch an der philosophischen FakultĂ€t unterrichtete und Reformen von Schule und UniversitĂ€t förderte. Heinrich Heppe vertrat 1850 die Ansicht, Melanchthon habe neben dem Luthertum und dem Calvinismus einen dritten Konfessionstyp begrĂŒndet, die deutsche evangelisch-reformierte Kirche.cite-ref-167[167]
Theologen der Lutherrenaissance waren fasziniert von Luthers FrĂŒhwerk, wie es seit 1908 neu in der Mitschrift der Römerbriefvorlesung zugĂ€nglich geworden war. Sie verglichen den alten Melanchthon zu seinem Nachteil mit dem jungen Luther; viel rezipiert wurde Karl Holls Urteil: âMelanchthon hat die lutherische Rechtfertigungslehre verdorben, indem er die Lehre von der göttlichen Alleinwirksamkeit abschwĂ€chte.âcite-ref-168[168] Nach Karl Barths Verdikt in seiner Göttinger Calvin-Vorlesung 1922, die Loci Melanchthons seien ein âTrĂŒmmerhaufenâ, fand in der Dialektischen Theologie keine eingehendere BeschĂ€ftigung mit Melanchthon statt.cite-ref-169[169] Die beiden Hauptströmungen der deutschen evangelischen Theologie im frĂŒhen 20. Jahrhundert werteten Melanchthon folglich ab. Nach 1945 gab es, so Thomas Kaufmann, ein erneutes Interesse an humanistisch geprĂ€gten Reformatoren: âHumanismus â das verhieĂ Toleranz und EuropĂ€izitĂ€t, AffinitĂ€t zum âWestenâ und Abkehr von âlutherdeutscherâ Enge und signalisierte ökumenische GesprĂ€chsbereitschaft.âcite-ref-170[170] Auf Melanchthon bezogen, wird dieser Neuaufbruch in der Gedenkrede deutlich, die Wolfgang Trillhaas anlĂ€sslich des 450. Geburtstags Melanchthons am 19. Februar 1947 in Göttingen hielt: Zwar sei Melanchthon oft mehr reproduzierend als originell und referiere das âreformatorische Grunderlebnisâ in den Loci nur, wenn auch in genialer Weise. Aber er habe sich der groĂen Aufgabe der âSynthese von Humanum und Christianumâ gestellt.cite-ref-171[171]
Die innerprotestantische Ăkumene verdankte Melanchthon in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts einen wichtigen Impuls: Seine Formel, Christus sei âmit Brot und Weinâ (cum pane et vino) im Abendmahl gegenwĂ€rtig, erwies sich nun als produktiv fĂŒr das ökumenische GesprĂ€ch zwischen Lutheranern und Reformierten und wurde sowohl in den Arnoldshainer Abendmahlsthesen (1957) als auch in der Leuenberger Konkordie (1973) rezipiert.cite-ref-172[172]
Einen PopularitĂ€tsschub brachte der 500. Geburtstag 1997, was auch Stefan Rhein zu verdanken ist, damals Kustos des Melanchthonhauses in Bretten.cite-ref-173[173] Unter den Neuerscheinungen dieses JubilĂ€umsjahrs ist die Biografie des Reformators hervorzuheben, die der GrĂŒnder und Leiter der Melanchthon-Forschungsstelle in Heidelberg, Heinz Scheible, vorlegte. Als Herausgeber von Melanchthons umfangreichem Briefwechsel mit diesem Quellencorpus besonders vertraut, schildert Scheible die Ereignisse, in die Melanchthon involviert war, aus dessen Perspektive; das ist neu. Die Konzentration auf den Theologen Melanchthon bedingt, dass andere Aspekte seines vielseitigen Lebenswerks knapper behandelt werden.cite-ref-174[174] Scheible verzichtet auĂerdem auf eine GesamtwĂŒrdigung der Persönlichkeit und ihre Einordnung in die Reformationsgeschichte.cite-ref-175[175]
Die 2004 mit UnterstĂŒtzung der Stadt Bretten und der Badischen Landeskirche gegrĂŒndete EuropĂ€ische Melanchthon-Akademie Bretten widmet sich der Reformations- und FrĂŒhneuzeitforschung sowie dem interkonfessionellen und interreligiösen Dialog der Gegenwart.cite-ref-176[176]
Römisch-katholische Kirche
Bis in die 1960er konzentrierte sich die katholische Forschung zur Reformationsgeschichte auf Martin Luther; Melanchthon erschien als wenig interessante Nebenfigur. FĂŒr Ignaz von Döllinger entwerteten die Unredlichkeit, die er Melanchthon zuschrieb, und seine humanistische Irenik das ökumenische Potential seiner KompromissbemĂŒhungen. Joseph Lortz stellte dem irrational-glĂ€ubigen Luther den pĂ€dagogisch-moralistischen Melanchthon gegenĂŒber. Indem er das ĂberschĂ€umende und WidersprĂŒchliche des lutherischen Denkens in ein dogmatisches System gebracht habe, habe er diesem zugleich viel von seiner Kraft entzogen.cite-ref-177[177]
Ein neuer Impuls fĂŒr die katholische Forschung ging von zwei Seminaren Joseph Ratzingers ĂŒber die Confessio Augustana 1958/59 in Freising und 1960/61 in Bonn aus. Denn mit der Bekenntnisschrift rĂŒckte auch deren Hauptverfasser in den Blick.cite-ref-178[178] Die Dissertation Vinzenz PfnĂŒrs ĂŒber die Rechtfertigungslehre der Confessio Augustana (1970) ermöglichte eine neue Sicht auf Melanchthon: Dieser habe Einseitigkeiten der reformatorischen FrĂŒhphase in dem MaĂe korrigiert, wie sich problematische Konsequenzen daraus zeigten, sei dabei aber in KontinuitĂ€t mit Luthers Theologie geblieben.cite-ref-179[179] Siegfried Wiedenhofer, wie PfnĂŒr ein akademischer SchĂŒler Ratzingers, trug zum katholischen Melanchthonbild eine neue Analyse des Humanismus bei. Er stehe in einem biblischen, patristischen, monastischen und mystischen Traditionsstrom, und insofern sei er gerade als Humanist mit dem katholischen Erbe verbunden.cite-ref-180[180]
Bilder von Melanchthon
Bei Melanchthons Aufenthalt 1526 in NĂŒrnberg fertigte Albrecht DĂŒrer eine Silberstiftzeichnung mit dem PortrĂ€t des Reformators an. Der aufgrund dieser Zeichnung geschaffene Kupferstich (Foto) trĂ€gt die lateinische Unterschrift: âDas Antlitz des gelehrten Philipp, nicht seine Geistseele vermochte DĂŒrer mit gelehrter Hand zu malen.âcite-ref-181[181] Die Form der Darstellung nimmt Konventionen antiker Grabkultur auf und verweist so auf einen humanistischen Kontext: SchulterstĂŒck, Dreiviertelprofil nach rechts, unter freiem Himmel mit einer Steintafel im Vordergrund. Die Unterschrift ist als paradoxes KĂŒnstlerlob zu verstehen. Sie parallelisiert DĂŒrers âgelehrte Handâ mit Melanchthons gelehrtem Geist und eröffnet dem Betrachter so die Möglichkeit, âdie memoria des Dargestellten in Gestalt und TĂ€tigkeit wie auch die implizite des KĂŒnstlers in der dauerhaft lebendigen PrĂ€senz Melanchthons im Bild mit jedem Akt der Anschauung zu erneuern.âcite-ref-182[182] DĂŒrers Bildfindung wurde von den Zeitgenossen sehr gelobt; das Blatt mit Melanchthons PortrĂ€t war in humanistischen Kreisen eine beliebte Freundschaftsgabe.
Ein Kupferstich des Monogrammisten I.B. (wahrscheinlich Georg Pencz) zeigt 1530 ein Brustbild Melanchthons im Dreiviertelprofil nach rechts blickend mit geöffneter Schaube und schrÀg sitzendem, breitkrempigen Hut. Auch hier ist anzunehmen, dass eine Studie nach dem Leben verwendet wurde. Eine Inschriftenkartusche mit dem lateinischen Motto Röm 8,31 kennzeichnet Melanchthon als Reformator, und indem der gleiche Kupferstecher ein nach links blickendes LutherportrÀt schuf, nahm er die Reformatoren-Doppelbildnisse vorweg, zu denen die Cranachwerkstatt erst spÀter gelangte.cite-ref-183[183]
Hans Holbein der JĂŒngere fertigte das Kapselbildnis Melanchthons (heute NiedersĂ€chsisches Landesmuseum Hannover) um 1535 wohl fĂŒr einen englischen Auftraggeber an. Es bezieht sich auf DĂŒrers Kupferstich, nimmt aber Farbe zur Hilfe, um sowohl die Ă€uĂere Erscheinung als auch die Gedankenwelt Melanchthons zu visualisieren. Da Holbein und Melanchthon sich nie begegneten, nutzte Holbein offenbar Melanchthonbildnisse anderer KĂŒnstler als Vorlage. Als im Londoner Kensington-Palast im 18. Jahrhundert eine Gruppe von Holbeinzeichnungen aufgefunden wurde, trug jemand nachtrĂ€glich auf dem Bildnis eines jungen Mannes mit Barett den Namen Melanchthon ein. Auch die GesichtszĂŒge dieses Mannes wurden in den Melanchthon-Bildnissen des 18./19. Jahrhunderts rezipiert, beispielsweise in einer Radierung von Richard Dalton.cite-ref-184[184]
Melanchthonbildnisse der Cranachwerkstatt sind erst ab 1532 bekannt. Die TafelgemĂ€lde folgen verschiedenen Typen. Melanchthon ist in schwarzer Schaube, also in der Tracht des Professors, zu sehen, zunĂ€chst barhĂ€uptig, in den 1540er Jahren dann mit Barett. In den HĂ€nden hĂ€lt er manchmal eine Schriftrolle (die Confessio Augustana) oder ein offenes Buch. Der alte Melanchthon ist dadurch gekennzeichnet, dass der Spitzbart zum Vollbart geworden ist und er nun ein weiĂes Hemd, rotes Wams und darĂŒber die offene, manchmal pelzverbrĂ€mte Schaube trĂ€gt. Wohl alle diese in Serie gefertigten GemĂ€lde waren als DoppelportrĂ€ts mit einem Lutherbild verbunden.cite-ref-185[185]
Eine Vielzahl an Melanchthonbildnissen der Cranachwerkstatt weisen Gemeinsamkeiten in der Darstellungsweise auf. So gleichen sich beispielsweise das GemĂ€lde Cranachs des JĂŒngeren aus dem Jahr 1559 im StĂ€delschen Kunstinstitut in Frankfurt und die Version von 1550/1600 aus dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald in der Darstellungsweise Melanchthons. Dieser ist als halbfiguriges EinzelportrĂ€t in nach links gewandter Körperhaltung wiedergegeben. Er trĂ€gt eine dunkle Gelehrtenschaube mit Pelzbesatz, deren angedeutetes Gewicht die schmĂ€chtige Figur des Reformators hervorscheinen lĂ€sst. Unter der Schaube trĂ€gt Melanchthon ein rotes Hemd mit offenem weiĂen Spitzkragen. Beide GemĂ€lde zeigen sein Gesicht im Dreiviertelprofil, das braune Haar, welches seine Stirn nicht bedeckt, die dĂŒnnen Augenbrauen und markanten GesichtszĂŒge. So sind seine stark ausgebildete Nase, hohe Stirn und weit geöffneten Augen deutlich erkennbar. WĂ€hrend Melanchthon im Greifswalder GemĂ€lde einen weniger vollen Bart aufweist, als bei der Frankfurter Version, sind beide gleichermaĂen ergraut dargestellt. Dennoch sind Unterschiede erkennbar. So zeigt das Frankfurter GemĂ€lde Melanchthon vor einem hellgrauen Hintergrund, in der Greifswalder Version ist dieser hingegen grĂŒn und lĂ€sst links hinter dem Reformator einen Schlagschatten erkennen. Den deutlichsten Unterschied zwischen beiden GemĂ€lden machen die Inschriften aus. Im Gegensatz zum Greifswalder GemĂ€lde ist in Frankfurt die Signatur Cranachs des JĂŒngeren mit dem Schlangenemblem mit gesenkten FlĂŒgeln und der darĂŒber platzierten Datierung in der oberen rechten Bildecke sichtbar. Die Greifswalder Version weist hingegen links neben dem Kopf des Reformators eine deutschsprachige sowie eine lateinische Inschrift vor. Diese erscheint wie in die steinern wirkende Balustrade am unteren Rand des GemĂ€ldes eingemeiĂelt und lautet folgendermaĂen:
DVM Ë SOPHIAE Ë SIMVL Ë ET Ë SACRAE Ë DVM Ë CONSVLIT Ë ARTI ËET Ë SIMVL Ë HAEC Ë DICI Ë GAVDET Ë ET Ë ILLA Ë SVVM ËFATA Ë DEVVM Ë MIDIO Ë VENERE, IPSVMQVE PHILIPPVM /DEBERI AETHEREIS Ë EDOCVERE Ë PLAGIS Solange er sich zugleich um die Philosophie und um die Theologie kĂŒmmerte, freute sich diese und zugleich jene, sein genannt zu werden. Doch mittendrin kamen die SchicksalssprĂŒche der Götter und belehrten ihn, dass selbst ein Philipp den himmlischen Gefilden geweiht (sterblich) ist.cite-ref-186[186]
Ein weiterer auffĂ€lliger Unterschied zwischen beiden GemĂ€lden liegt in den Schrifttexten des aufgeschlagenen Buchs in Melanchthons HĂ€nden, welches dem Betrachter zur LektĂŒre gehalten wird. Im GemĂ€lde von 1559 lĂ€sst sich auf der linken Buchseite eine Passage aus der Predigt des Kirchenvaters Basilius des GroĂen ĂŒber 1. Korinther 1,30 in griechischer Sprache erkennen, die hĂ€ufig von Melanchthon zitiert worden sein soll. Der Altphilologe Stefan Rhein weist darauf hin, dass das hier das âreformatorische Prinzip des sola fide vorformuliertâcite-ref-187[187] und somit die alleinige Rechtfertigung durch den Glauben betont wird. In der Ăbersetzung lautet die Inschrift folgendermaĂen:
BASILIVS PAGINA. 388 Es sagt aber der Apostel: Wer sich rĂŒhmt, soll sich im Herrn rĂŒhmen, indem er sagt, dass Christus uns wurde Weisheit von Gott, Gerechtigkeit und Heiligung und Versöhnung, damit, wie geschrieben steht, wer sich rĂŒhmt, sich im Herrn rĂŒhme. Denn dies ist das vollkommene und vollstĂ€ndige RĂŒhmen in Gott, wenn sich jemand nicht wegen seiner eigenen Gerechtigkeit erhebt, sondern wir erkennen, dass er der wahren Gerechtigkeit bedĂŒrftig ist, indem er allein durch den Glauben an Christus gerechtfertigt worden ist. ANNO 1559cite-ref-188[188]
Auf der gegenĂŒberliegenden Seite sind Verse, die von Melanchthon selbst stammen, in lateinischer Sprache lesbar:
Nullius est foelix conatus et utilis unq[uam]
Consilium si non detq[ue] iuvetq[ue] Deus
Tunc iuvat ille aute[m], cum mens sibi [con]sciarecti,
Mandati officij munera iusta facit.
Et simul auxiliu[m] praesenti a numine Christi
Poscit, et expectat non dubitante fide.
Sic procedet opus faustum populisq[ue] tibiq[ue]
Diriget et cursus aura secunda tuos.
Invictamq[ue] Dei dextram vis nulla rep[ellet]
Omnia cogentur cedere prona D[eo]
Ipsa etiam qua[m]vis Adamanti incis[a feruntur]
Cum petimus cedunt fata severa Deo.
Nec Deus est nume[n] Parcaru[m] carcere clausum,
Quale putabatur Stoicus esse Deus.
Ipse potest Solis currus inhibere volantes,
lpse velut scopulos flumina stare iubet.
Ω ÎÏγΔ gnate Dei nostris in me[n]tib[us] adsis,
Et flatu accendas pectora nostra tuo.cite-ref-189[189]
Die neun lateinischen Distichen thematisieren den Beistand Gottes fĂŒr die menschlichen Geschicke.cite-ref-190[190] Zudem scheint es so, als wolle der Reformator mit seiner linken Hand bereits zur nĂ€chsten Seite umblĂ€ttern, was bei der Greifswalder Version nicht dargestellt ist.cite-ref-191[191] Aber auch im GemĂ€lde der Cranachwerkstatt sind lateinische Verse abgebildet, welche ein Zitat aus dem ersten Timotheusbrief des Paulus darstellen. Diese entstammen der Ăbersetzung des Neuen Testaments durch Erasmus von Rotterdam, welche allerdings von Melanchthon und weiteren Gelehrten der Zeit nicht rezipiert wurde.cite-ref-192[192] Sie betonen die Bedeutung der Frömmigkeit und erstrecken sich ĂŒber beide Seiten des Buches. Dort heiĂt es:
Timo I // Cap IIII // Nam Corporalis exerci=/Calio paululum habet / vtilitis, At pietas / ad omnia vtilis est / vt quae / promisiones habeat / vitae praesentis / ac futura Jnaubi=/lal(us) Sermo // dignucq(ue) qui omnib(us) / modis approbilj / Jn hoc enim oelaboramus / et probris afficimur / quo[d s]pem fixam / habe[a]mus in Deo / vivente qui est / Servato[r] / omnium hominum Denn körperliche ErtĂŒchtigung nĂŒtzt wenig, die Frömmigkeit jedoch ist nĂŒtzlich zu allem, so dass ihr das gegenwĂ€rtige und das zukĂŒnftige Leben verheiĂen ist. (Dies ist) ein unzweifelhaftes Wort und wĂŒrdig, dass es auf jede Weise gutgeheiĂen wird. DafĂŒr nĂ€mlich strengen wir uns an und werden mit SchmĂ€hworten bedacht, weil wir die feste Hoffnung auf den lebendigen Gott haben, der der Retter aller Menschen ist.cite-ref-193[193]
Heinrich Aldegrevers Kupferstich von 1540 stellt Melanchthon als humanistischen Gelehrten im Brustbildformat dar; auch Aldegrever und Melanchthon sind sich nicht begegnet. Melanchthon ist hinter einer BrĂŒstung zu sehen, deren lateinische Inschrift ĂŒbersetzt lautet: âDu, welcher die zahlreichen Werke des Gelehrten Philippus liest, siehst hier auch, wie er aussieht. 42 Jahre war er alt, als er so anzuschauen war. Philippus Melanchthon 1540.âcite-ref-194[194]
Bei Melanchthons Aufenthalt in Köln 1543 fertigte Friedrich Hagenauer zwei hochwertige MedaillenportrĂ€ts an. Sie zeigen den Reformator im Profil nach links gewandt. Auf der RĂŒckseite liest man einen Psalmvers (Ps 37,37 ). ReformationsjubilĂ€en boten seit dem 18. Jahrhundert AnlĂ€sse, Melanchthonmedaillen nach Hagenauers Vorbild zu prĂ€gen.cite-ref-195[195]
Melanchthon-Gedenken seit dem 19. Jahrhundert
â
Hauptartikel
:
Melanchthonhaus (Bretten)
,
Melanchthonhaus Wittenberg
und
Melanchthonpreis der Stadt Bretten
DenkmÀler
Nachdem Melanchthon, wenn auch selten, in Kirchen als Relief dargestellt worden war, brachte die verĂ€nderte Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts rundplastische DenkmĂ€ler des Reformators hervor. Den Anfang machte das ReformationsjubilĂ€um 1817: Johann Gottfried Schadow schuf BronzebĂŒsten von Luther und Melanchthon fĂŒr die Andreaskirche in Eisleben. Im gleichen Jahr wurde in Bretten ein Obelisk aufgestellt, dessen oberer Abschluss eine MelanchthonbĂŒste war. Zur 300-Jahr-Feier des von Melanchthon gegrĂŒndeten NĂŒrnberger Gymnasiums schuf Jacob Daniel Burgschmiet 1826 ein ganzfiguriges Standbild aus Sandstein, das sich an der Melanchthondarstellung der Cranachwerkstatt orientierte. Nach diesem Vorbild wurden Melanchthon-DenkmĂ€ler vor weiteren Schulen errichtet. Der Grundstein fĂŒr die Bronzestatue Melanchthons auf dem Wittenberger Marktplatz wurde anlĂ€sslich von Melanchthons 300. Todestag als Pendant zu einer bereits vorhandenen Lutherstatue gesetzt; das Werk von Johann Friedrich Drake wurde im Jahr 1865 aufgestellt. Es zeigt den Reformator mit der Schriftrolle der Confessio Augustana in seiner Hand.cite-ref-196[196] Der qualitative Vergleich der beiden benachbarten DenkmĂ€ler, Luther von Schadow und Melanchthon von Drake, fĂ€llt zuungunsten Drakes aus.cite-ref-197[197]
AnlĂ€sslich des 400-jĂ€hrigen JubilĂ€ums der Confessio Augustana 1930 schuf Gerhard Marcks zwei BronzebĂŒsten von Luther und Melanchthon fĂŒr die UniversitĂ€t Halle (Aula des LöwengebĂ€udes der MLU). Marcks studierte die Darstellungen Cranachs und DĂŒrers. Die GesichtszĂŒge und die stark betonte Stirn Melanchthons wirken daher vertraut, der Mund ist âwie zu einem ironischen LĂ€chelnâ verzogen.cite-ref-198[198]
Themenjahr 2010: âReformation und Bildungâ
Innerhalb der Luther-Dekade lag es nahe, das Themenjahr 2010 mit dem 450. Todestag Philipp Melanchthons am 19. April 2010 zu verbinden. Am Reformationstag 2009 fand in Melanchthons Geburtsstadt Bretten die festliche Eröffnung des Themenjahrs âReformation und Bildungâ statt. Der ökumenische Gottesdienst in der Stiftskirche wurde bundesweit ĂŒbertragen. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch predigte; der badische Landesbischof Ulrich Fischer sprach ein GruĂwort. Eine Festakademie in der römisch-katholischen Laurentiuskirche folgte, bei der MinisterprĂ€sident GĂŒnther Oettinger Melanchthon als âMann des Ausgleichsâ wĂŒrdigte. Unter den zahlreichen Veranstaltungen des Themenjahrs 2010 bildete ein Festwochenende am 16. bis 19. April in Wittenberg einen weiteren Höhepunkt. Beim Festakt in der Wittenberger Schlosskirche am 19. April sprachen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bischof Gerhard Ludwig MĂŒller als Vorsitzender der Ăkumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und PrĂ€ses Nikolaus Schneider als Ratsvorsitzender der EKD. Merkel charakterisierte Melanchthon als âeinen der gröĂten Bildungsreformer unserer Geschichteâ, worin sie auch seine aktuelle Bedeutung sah. MĂŒller wĂŒrdigte den Theologen Melanchthon und hob als interessanten Aspekt hervor, dass Melanchthon die Ordination zu den Sakramenten zĂ€hlte und das ökumenische GesprĂ€ch der Gegenwart einen Schwerpunkt bei der Frage des Amtes hat. Schneider betonte, dass die Reformation eine Bildungsbewegung gewesen sei.cite-ref-199[199] Vom 10. bis 12. November 2010 fand in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden eine internationale wissenschaftliche Tagung zum Thema âMelanchthon und die Reformierte Tradition (sic!)â statt. Obwohl Calvins WertschĂ€tzung Melanchthons und melanchthonische Elemente im Heidelberger Katechismus lĂ€ngst bekannt sind, war die Rezeption Melanchthons in den reformierten Kirchen Europas bisher ein Desiderat der Forschung.cite-ref-200[200]
Melanchthon als Namengeber
âą 1933 wurde die Nachfolgeschule des von ihm selbst gegrĂŒndeten Aegidianum in Melanchthon-Gymnasium NĂŒrnberg umbenannt.
âą Am 5. Oktober 1998 wurde der Asteroid (7906) Melanchton nach ihm benannt.cite-ref-201[201]
âą Die Römische Schmalzbirne wird in Mitteldeutschland auch als âMelanchthonbirneâ bezeichnet. Der Name soll darauf zurĂŒckgehen, dass Melanchthon Birnen des Obst zĂŒchtenden Pfarrers Andreas Göch dem KurfĂŒrsten ĂŒberreicht habe, der Göch dafĂŒr belohnte. Göch habe daraufhin den Birnbaum im Pfarrgarten zu Pegau kultiviert.cite-ref-202[202]
Gedenktage
âą Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika: Gleichzeitig mit dem Gedenktag der Ăbergabe der Augsburgischen Konfession, dem 25. Junicite-ref-204[204]
Werkausgaben und Ăbersetzungen
âą Michael Beyer, Stefan Rhein, GĂŒnther Wartenberg (Hrsg.): Melanchthon deutsch. 4 BĂ€nde. Leipzig, Evangelische Verlagsanstalt, 1997â2012.
⹠Walter Ludwig: Philipp Melanchthon: Initia Doctrinae Physicae, Dictata in Academia Vuitebergensi. Die AnfÀnge der physikalischen Lehre, vorgetragen an der UniversitÀt Wittenberg. Leidorf, Rahden 2008, ISBN 978-3-86757-183-8.
âą Heinz Scheible, Christine Mundhenk (Hrsg.): Melanchthons Briefwechsel. Kritische und kommentierte Gesamtausgabe. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1977 ff., ISBN 978-3-7728-0631-5.
âą Volkhard Wels (Hrsg.): Elementa Rhetorices. Grundbegriffe der Rhetorik (= Bibliothek der seltenen Texte. Band 7). 2. Auflage. Weidler, Berlin 2001, ISBN 3-89693-185-7, urn:nbn:de:kobv:517-opus-51446 (lateinischer Text mit Ăbersetzung und Kommentar).
âą Peter Litwan, Sven Grosse (Hrsg.): Loci praecipui theologici nunc denuo cura et diligentia Summa recogniti multisque in locis copiose illustrati 1559. Studienausgabe Lateinisch-Deutsch, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, ISBN 978-3-374-05296-7.
Literatur
Hilfsmittel
âą Helmut Claus: MelanchthonâBibliographie 1510â1560 (= Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte. Band 87). 4 BĂ€nde. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2014, ISBN 978-3-579-05378-3.
Lexikonartikel
âą Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 22, de Gruyter, Berlin / New York 1992, ISBN 3-11-013463-2, S. 371â410.
âą Robert Stupperich: Melanchthon, Philipp. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 16. Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 741â745 (deutsche-biographie.de).
Biografien
âą Uwe Birnstein: Der Humanist. Was Philipp Melanchthon Europa lehrte. Wichern, Berlin 2010, ISBN 978-3-88981-282-7.
âą Martin Greschat: Philipp Melanchthon, Theologe, PĂ€dagoge und Humanist. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2010, ISBN 978-3-579-08091-8.
⹠Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-55006-9.cite-ref-206[206]
âą Stefan Rhein: Philipp Melanchthon. Drei-Kastanien-Verlag, Wittenberg 1997, ISBN 3-9804492-5-4.
âą Heinz Scheible: Melanchthon: Vermittler der Reformation. Beck, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-406-42223-3.
âą 2. verbesserte Auflage: Beck, MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-406-68673-3. Scheibles Melanchthon-Biografie von 1997 gilt als Standardwerk, hatte allerdings den Nachteil, dass die Melanchthon-Zitate nicht nachgewiesen wurden und die Biografie daher nicht als Hilfsmittel zum Studium der Originaltexte nutzbar war. Diesen 1997 vermissten Anmerkungsteil bietet die aktualisierte Neuausgabe.cite-ref-207[207]
⹠Robert Stupperich: Philipp Melanchthon. Gelehrter und Politiker. Muster-Schmidt, Göttingen 1996, ISBN 3-7881-0147-4.
SammelbÀnde, Kompendien
⹠Andreas J. Beck (Hrsg.): Melanchthon und die Reformierte Tradition. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-647-55031-2.
âą GĂŒnter Frank, Sebastian Lalla (Hrsg.): Fragmenta Melanchthoniana. 3 BĂ€nde. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2003, ISBN 3-89735-228-1, ISBN 3-89735-240-0, ISBN 3-89735-456-X. Vortragsreihen zur Person und zum historischen Kontext Melanchthons.
âą GĂŒnter Frank, Felix Mundt (Hrsg.): Der Philosoph Melanchthon. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2012, ISBN 978-3-11-026098-4 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
âą GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Ein Handbuch. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2017, ISBN 978-3-11-033505-7 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online, Rezension).
âą Sönke Lorenz, Reinhold Rieger, Ernst Seidl, Karlheinz Wiegmann (Hrsg.): Vom SchĂŒler der Burse zum âLehrer Deutschlandsâ (= Veröffentlichung des Alemannischen Instituts. Nr. 78 = TĂŒbinger Kataloge. Nr. 88). Stadtmuseum, TĂŒbingen 2010, ISBN 978-3-941818-00-2.
âą Predigerseminar der Lutherstadt Wittenberg (Hrsg.): âMan weiĂ so wenig ĂŒber ihnâ. Philipp Melanchthon, ein Mensch zwischen Angst und Zuversicht. 2. Auflage. Drei-Kastanien-Verlag, Wittenberg 2004, ISBN 3-9804492-9-7.
âą Friedrich Schweitzer, Sönke Lorenz, Ernst Seidl (Hrsg.): Philipp Melanchthon. Seine Bedeutung fĂŒr Kirche und Theologie, Bildung und Wissenschaft. Neukirchener, Neukirchen-Vluyn 2010, ISBN 978-3-7887-2464-1.
Einzelaspekte
âą Stefano Caroti: Comete, portenti, causalitĂ naturale e escatologia in Filippo Melantone. In: Scienze, credenze occulte, livelli di cultura. Convegno internazionale di studi (Firenze, 26â30 giugno 1980). Florenz 1982, S. 393â427.
âą GĂŒnter Frank: Luther und Melanchthon. In: Alberto Melloni (Hrsg.): Martin Luther: Ein Christ zwischen Reformen und Moderne (1517â2017). Teilband 1. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2017, ISBN 978-3-11-050100-1, S. 409â420.
âą JĂŒrgen Helm: Galen-Rezeption im 16. Jahrhundert am Beispiel Philipp Melanchthons, in: EuropĂ€ische Geschichte Online, hrsg. vom Institut fĂŒr EuropĂ€ische Geschichte (Mainz), 2010, Zugriff am 25. MĂ€rz 2021 (pdf).
âą Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. In: Archiv fĂŒr Reformationsgeschichte. Band 81, 1990, S. 110â137.
âą Heinz Scheible: Melanchthons Bildungsprogramm. In: Hartmut Boockmann, Bernd Moeller, Karl Stackmann (Hrsg.): Lebenslehren und WeltentwĂŒrfe im Ăbergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Politik â Bildung â Naturkunde â Theologie. Bericht ĂŒber Kolloquien der Kommission zur Erforschung der Kultur des SpĂ€tmittelalters 1983 bis 1987 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen: philologisch-historische Klasse. Folge III, Nr. 179). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1989, ISBN 3-525-82463-7, S. 233â248.
âą GĂŒnther R. Schmidt: Philippus Melanchthon (1497â1560). In: Henning Schröer, Dietrich ZilleĂen (Hrsg.): Klassiker der ReligionspĂ€dagogik. Diesterweg, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-425-07711-2, S. 23â34.
âą GĂŒnther R. Schmidt (Hrsg.): Philipp Melanchthon. Glaube und Bildung. Reclam, Stuttgart 1989, ISBN 3-15-008609-4.
âą Hans-RĂŒdiger Schwab: Philipp Melanchthon. Der Lehrer Deutschlands. Ein biographisches Lesebuch. DTV, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-423-02415-1.
âą Gerhard Schwinge: Melanchthon in der Druckgraphik. Eine Auswahl aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Herausgegeben von GĂŒnter Frank. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2000, ISBN 3-89735-131-5 .
âą William P. Weaver: Homer in Wittenberg. Rhetoric, scholarship, prayer. Oxford University Press, Oxford 2022, ISBN 978-0-19-286415-4.
âą Ernst Wolf: Philipp Melanchthon: Evangelischer Humanismus. Rede bei der Immatrikulationsfeier der Georgia Augusta am 12. November 1960 (= Göttinger UniversitĂ€tsreden; 30). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen/ZĂŒrich, 1961, DNB 455741697.
Weblinks
Wikisource: Philipp Melanchthon
â Quellen und Volltexte
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â Zitate
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: Philipp Melanchthon
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âą Melanchthon-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
âą Literatur von und ĂŒber Philipp Melanchthon im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Werke von und ĂŒber Philipp Melanchthon in der Deutschen Digitalen Bibliothek
âą Druckschriften von und ĂŒber Philipp Melanchthon im VD 16.
âą Druckschriften von und ĂŒber Philipp Melanchthon im VD 17.
âą Werke von Philipp Melanchthon im Project Gutenberg
âą Melanchthon in der Bibliotheca Augustana
âą Werke von Philipp Melanchthon im Projekt Gutenberg-DE
âą Regesten Melanchthons Briefwechsel (Datenbankabfrage)
âą Briefwechsel von Philipp Melanchton Sammlung Camerarius Bayerische Staatsbibliothek
âą Autographen Philipp Melanchthons in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek
Anmerkungen
cite-note-11. â Corpus Reformatorum 10, Sp. 256f.: âEr (Georg Schwartzerdt) hat im Ehestande gelebt 4 Jahr ohne Kinder, und nach Ausgang des vierten Jahrs, welches war das 1497., Donnerstag nach Invocavit, wird ihm sein erster Sohn Philippus, unser lieber Herr und Praeceptor, geboren, in seines SchwĂ€hers Hans Reuters, seines GroĂvaters Hause zu Bretta.â
cite-note-leben-1-22. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 25 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-33. â Heinz Scheible: Philipp Melanchthon und seine Heimat. In: Ders.: BeitrĂ€ge zur Kirchengeschichte SĂŒdwestdeutschlands. Band 2, Kohlhammer, Stuttgart 2012, S. 201â222, hier S. 202.
cite-note-44. â Nikolaus MĂŒller: George Schwartzerdt, der Bruder Melanchthons und SchultheiĂ zu Bretten. Festschrift zur Feier des 25jĂ€hrigen Bestehens des Vereins fĂŒr Reformationsgeschichte. Leipzig 1908, S. 13 (Digitalisat).
cite-note-tre-1-55. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 371.
cite-note-66. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 15. Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 11: âSo oder so: der Vater wurde Opfer des KriegsgeschĂ€ftes.â
cite-note-77. â Martin H. Jung: Frömmigkeit und Theologie bei Philipp Melanchthon. Das Gebet im Leben und in der Lehre des Reformators (= BeitrĂ€ge zur historischen Theologie. Band 102). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1998, S. 50.
cite-note-88. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 11.
cite-note-99. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 13, 16. Reuter war nach Scheible nicht, wie lange Zeit angenommen, Melanchthons GroĂmutter, sondern vielmehr mit seiner mĂŒtterlichen Familie verschwĂ€gert.
cite-note-101. ALVIN, Platform for digital collections and digitized cultural heritage: Exlibris Johannes Reuchlin, med dennes vapensköld och dedikation till Philipp Melanchton. Lateinischer Text Reuchlins: Signum Joannis Reuchlin. Hanc Grammaticam grecam dono dedit Joannes Reuchlin phorcensis. LL. Doctor Philippo Melanchtoni Bretthanensi Anno Domini. M. D. IX. Idus Martijs.
cite-note-112. Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 31.
cite-note-pohlke-1212. â Reinhard Pohlke: Melanchthon und sein Griechischlehrer Georg Simler â zwei Vermittler des Griechischen in Deutschland. In: Stefan Rhein, Armin Schlechter, Udo Wennemuth (Hrsg.): Philipp Melanchthon in SĂŒdwestdeutschland: Bildungsstationen eines Reformators. Selbstverlag der Badischen Landesbibliothek, Karlsruhe 1997, S. 39â62, hier S. 40.
cite-note-leben-3-1313. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 26 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-1414. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 29.
cite-note-1515. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 26.
cite-note-leben-4-1616. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 27 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-1717. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 38.
cite-note-1818. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 16.
cite-note-1919. â Martin Greschat: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu Luther. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 43â60, hier S. 43f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-2020. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 177f.
cite-note-2121. â Karl-Heinz zur MĂŒhlen: Der Dialog als Mittel zur Lösung religiöser und politischer Konflikte bei Melanchthon. In: Ders.: Reformatorische PrĂ€gungen: Studien zur Theologie Martin Luthers und zur Reformationszeit. Herausgegeben von Athina Lexutt und Volker Ortmann. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, S. 277â292, hier S. 281.
cite-note-2222. â Martin Greschat: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu Luther. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 43â60, hier S. 44 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-2323. â GĂŒnter Frank: Luther und Melanchthon. Berlin / Boston 2017, S. 410.
cite-note-2424. â Philipp Melanchthon: Brief an Johannes Oekolampad, 21. Juli 1519. Ăbersetzung nach: Martin Greschat: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu Luther. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 43â60, hier S. 44 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-2525. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 19.
cite-note-2626. â Volker Leppin: Luther und Eck â Streit ohne Ende? In: JĂŒrgen BĂ€rsch, Konstantin Maier (Hrsg.): Johannes Eck (1486â1543). Scholastiker â Humanist â Kontroverstheologe (= EichstĂ€tter Studien. Band 20). Pustet, Regensburg 2014, S. 131â160, hier S. 152.
cite-note-2727. â Martin Greschat: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu Luther. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 43â60, hier S. 45 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Vg. auch: Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 168f.
cite-note-leben-5-2828. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 28 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-2929. â Vgl. beispielsweise einen Brief an Joachim Camerarius vom 11. April 1526: âIch hoffte, dass Luther mit dem Alter ⊠einmal milder wĂŒrde. Ich sehe aber mehrfach, dass er heftiger wird. (âŠ) Das quĂ€lt mich erheblich.â Hier zitiert nach: Martin Greschat: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu Luther. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 43â60, hier S. 48 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Vgl. MBW 495.
cite-note-3030. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 28f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-3131. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 44â49.
cite-note-3232. â Markus Wriedt: Bildung, Schule und UniversitĂ€t. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 141â154, hier S. 144 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-3333. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 31f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-3434. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 76.
cite-note-3535. â Thomas Kaufmann: Der Anfang der Reformation. Studien zur KontextualitĂ€t der Theologie, Publizistik und Inszenierung Luthers und der reformatorischen Bewegung. 2., durchgesehene und korrigierte Auflage. Mohr, TĂŒbingen 2018, S. 217f.
cite-note-3636. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 29f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-3737. â Thomas Kaufmann: Die TĂ€ufer: Von den radikalen Reformatoren zu den Baptisten. C. H. Beck, MĂŒnchen 2019, S. 18â22, Zitat S. 20. Vgl. Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 85.
cite-note-3838. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 32 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-3939. â Eike Wolgast: Melanchthon und die TĂ€ufer/Spiritualisten. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 193â204, Zitat S. 200 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-4040. â Nicole Kuropka: Philipp Melanchthon: Wissenschaft und Gesellschaft. Ein Gelehrter im Dienst der Kirche. TĂŒbingen 2002, S. 116.
cite-note-4141. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 80.
cite-note-4242. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 81. Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation, MĂŒnchen 2016, S. 101f.
cite-note-4343. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 53.
cite-note-5-4444. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 31 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-4545. â Andreas GöĂner: Reichspolitik und ReligionsgesprĂ€che. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 97â108, hier S. 98 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-4646. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 32f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 125f.
cite-note-4747. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 30f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 92.
cite-note-4848. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 33 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-4949. â Karin Maag: Schweiz. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 739â744, hier S. 742f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-5050. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 33f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 129f.
cite-note-fr-mmigkeit-5151. â Martin H. Jung: Frömmigkeit und Theologie bei Philipp Melanchthon. Das Gebet im Leben und in der Lehre des Reformators (= BeitrĂ€ge zur historischen Theologie. Band 102). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1998, S. 165.
cite-note-5252. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 132â135.
cite-note-5353. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 378.
cite-note-5454. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 135 und 140.
cite-note-5555. â Andreas GöĂner: Reichspolitik und ReligionsgesprĂ€che. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 97â108, hier S. 99 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-5656. â Heinz Scheible: Melanchthon und Luther wĂ€hrend des Augsburger Reichstags 1530. In: Ders.: Melanchthon und die Reformation. ForschungsbeitrĂ€ge, herausgegeben von Gerhard May und Rolf Decot. Philipp von Zabern, Mainz 1996, S. 198â221, hier S. 212f. Vgl. Martin Luther: Brief an KurfĂŒrst Johann. 15. Mai 1530, WABr 5,319.
cite-note-5757. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 189â195.
cite-note-583. Landesarchiv ThĂŒringen, Hauptstaasarchiv Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg H 124.
cite-note-5959. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 141.
cite-note-6060. â BSLK 463f. Vgl. Martin Greschat: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu Luther. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 43â60, hier S. 53 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-6161. â Aufgrund seines Sprachfehlers hatte Melanchthon Schwierigkeiten, seinen Humanistennamen auszusprechen; ab 1531 vereinfachte er diesen zu Melanthon. Vgl. Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 17f.
cite-note-6262. â Martin Greschat: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu Luther. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 43â60, hier S. 53f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Vgl. MBW 1914. GĂŒnter Frank: Luther und Melanchthon. Berlin / Boston 2017, S. 417.
cite-note-6363. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 378.
cite-note-leben-6-6464. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 36 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-6565. â Andreas MĂŒhling: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu anderen Reformatoren. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 61â72, hier S. 62 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, S. 68.
cite-note-6666. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 127f. Vgl. auch: Achim Detmers: Martin Bucer und Philipp Melanchthon und ihr VerhĂ€ltnis zum Judentum. In: Achim Detmers, J. Marius J. Lange van Ravenswaay (Hrsg.): Bundeseinheit und Gottesvolk. Reformierter Protestantismus und Judentum im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts (= Emder BeitrĂ€ge zum reformierten Protestantismus. Band 9). Wuppertal 2005, S. 9â37 (PDF); Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation, MĂŒnchen 2016, S. 152.
cite-note-6767. â Andreas MĂŒhling: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu anderen Reformatoren. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 61â72, hier S. 68 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-6868. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 36 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 94. Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 157.
cite-note-6969. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 157â161.
cite-note-7070. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 35f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-7171. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 163.
cite-note-tre-3-7272. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 380.
cite-note-7373. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 37 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 202 f.
cite-note-7575. â Andreas MĂŒhling: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu anderen Reformatoren. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 61â72, hier: S. 62 f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-7676. â GĂŒnter Frank: Luther und Melanchthon. Berlin / Boston 2017, S. 409.
cite-note-7777. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 214f.
cite-note-7878. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 381. Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier: S. 38 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-7979. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 227f.
cite-note-8080. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 381f.
cite-note-814. Ăbersetzung nach: Heinz Scheible: Melanchthons Brief an Carlowitz. In: Archiv fĂŒr Reformationsgeschichte. Band 57, 1966, S. 102â130, hier S. 116 (abgerufen durch Verlag Walter de Gruyter). Vgl. Melanchthon-Briefwechsel (MBW) 5139.3. und Regest
cite-note-8282. â Heinz Scheible: Melanchthons Brief an Carlowitz. In: Archiv fĂŒr Reformationsgeschichte. Band 57, 1966, S. 102â130, hier S. 117 (abgerufen durch Verlag Walter de Gruyter).
cite-note-8383. â Hier zitiert nach: Heinz Scheible: Melanchthons Brief an Carlowitz. In: Archiv fĂŒr Reformationsgeschichte. Band 57, 1966, S. 102â130, hier S. 129 (abgerufen durch Verlag Walter de Gruyter).
cite-note-845. leo-bw: Flacius, Matthias.
cite-note-8585. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 242.
cite-note-8686. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 382.
cite-note-8787. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 112.
cite-note-8888. â Hans-Otto Schneider: Die Haltung des Flacius in den Auseinandersetzungen um das Interim und im Adiaphoristischen Streit. In: Irene Dingel, Johannes Hund, Luka IliÄ (Hrsg.): Matthias Flacius Illyricus. Biographische Kontexte, theologische Wirkungen, historische Rezeption (= Veröffentlichungen des Instituts fĂŒr EuropĂ€ische Geschichte Mainz). Beiheft 125. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, S. 191â206, hier S. 205f.
cite-note-8989. â Konkordienformel, Solida Declaratio, X. Von KirchengebrĂ€uchen. Das Fazit lautet: âWir vorwerfen und vordammen auch derer Meinung, so da halten, daĂ man zur Zeit der Verfolgung den Feinden des H. Evangelii ⊠in dergleichen Mitteldingen möge willfahren oder sich mit ihnen vergleichen.â (BSLK 1062)
cite-note-9090. â Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 254â260, Zitate S. 254 und S. 260.
cite-note-tre-4-9191. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 384f.
cite-note-9292. â Irene Dingel: Historische Einleitung. In: Dies. (Hrsg.): Reaktionen auf das Augsburger Interim: Der Interimistische Streit (1548â1549). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, S. 3â34, besonders S. 8â13.
cite-note-9393. â Johannes Calvin: Secunda defensio piae et orthodoxae de sacramentis fidei contra Westphali calumnias. Genf 1556. (= O.C. Band 9, S. xvii.)
cite-note-9494. â Andreas MĂŒhling: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu anderen Reformatoren. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 61â72, hier S. 64f. Vgl. Irene Dingel: Westphal, Joachim (1510â1574). In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 712â715., hier S. 714 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-9595. â Andreas MĂŒhling: Melanchthon und die ZĂŒrcher Theologen. In: Andreas J. Beck (Hrsg.): Melanchthon und die Reformierte Tradition. Göttingen 2016, S. 21â29, hier S. 26.
cite-note-9696. â Andreas MĂŒhling: Melanchthons VerhĂ€ltnis zu anderen Reformatoren. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 61â72, hier S. 65f. und Karin Maag: Schweiz. Ebd, S. 739â744, hier S. 740 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-9797. â Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 41 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-mager-1-9898. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons, 1990, S. 110.
cite-note-9999. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 27.
cite-note-100100. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. 1990, S. 121â123.
cite-note-101101. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 28f.
cite-note-mager-2-102102. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. 1990, S. 126.
cite-note-103103. â Vgl. MBW 813.
cite-note-104104. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 385.
cite-note-105105. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. 1990, S. 125â127.
cite-note-106106. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. 1990, S. 127 und Anm. 65.
cite-note-107107. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. 1990, S. 128.
cite-note-108108. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. 1990, S. 129f.
cite-note-109109. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. 1990, S. 131f.
cite-note-110110. â Kielmansegg, Graf von, Johann Adolf. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Whoâs who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, LĂŒbeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 629â630.
cite-note-1116. Badische Landesbibliothek: Brief von Philipp Melanchthon an Jakob Runge vom 14.04.1560 â K 3097,4
cite-note-1127. Kustodie Kunstsammlung der UniversitÀt Leipzig: Philipp Melanchthon im Sterbehemd
cite-note-113113. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 96.
cite-note-114114. â Inge Mager: âEs ist nicht gut, daĂ der Mensch allein seiâ (Gen 2,18). Zum Familienleben Philipp Melanchthons. In: Archiv fĂŒr Reformationsgeschichte. Band 81, 1990, S. 110â137, hier: S. 129. (abgerufen durch Verlag Walter de Gruyter)
cite-note-115115. â Zitiert nach: Heinz Scheible: Melanchthons Abschiedsbrief an seinen SchĂŒler Jakob Runge: eine Neuerwerbung der Badischen Landesbibliothek. In: Ders.: BeitrĂ€ge zur Kirchengeschichte SĂŒdwestdeutschlands. Kohlhammer, Stuttgart 2012, S. 359â372, hier S. 360.
cite-note-116116. â Heinz Scheible: Melanchthons Abschiedsbrief an seinen SchĂŒler Jakob Runge: eine Neuerwerbung der Badischen Landesbibliothek. In: Ders.: BeitrĂ€ge zur Kirchengeschichte SĂŒdwestdeutschlands. Kohlhammer, Stuttgart 2012, S. 359â372, hier S. 361f.
cite-note-117117. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 144.
cite-note-118118. â MBW 9299. Deutsche Ăbersetzung nach: Christine Mundhenk: Leben. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 25â42, hier S. 41f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-119119. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 145.
cite-note-120120. â Ralf Georg Bogner: Formen und Funktionen der literarischen Memorialkultur von der Reformation bis zum VormĂ€rz. Niemeyer, TĂŒbingen 2006, S. 44. (abgerufen durch Verlag Walter de Gruyter).
cite-note-121121. â Die lateinische AbkĂŒrzung S V CORPUS wird unter anderem von Heinz Scheible als S(ANCTI) V(IRI) CORPUS aufgelöst und entsprechend als âder Leib des heiligen Mannesâ ĂŒbersetzt; richtig ist aber S(PECTABILI) V(IRI) CORPUS, âder Leib des angesehenen (wĂŒrdigen) Mannesâ, vgl. Albrecht Liess: Die Inschriften auf den Grabplatten Martin Luthers und Philipp Melanchthons in der Schlosskirche zu Wittenberg. In: Archivalische Zeitschrift. Band 95, 2017, S. 391â396, besonders S. 394f. (abgerufen durch Verlag Walter de Gruyter).
cite-note-122122. â Leopold Witte: Die Erneuerung der SchloĂkirche zu Wittenberg eine That evangelischen Bekenntnisses. unter Benutzung amtlicher Quellen dargestellt. HerrosĂ©, 2. Auflage Wittenberg 1894, S. 42â47.
cite-note-123123. â Ralf Georg Bogner: Formen und Funktionen der literarischen Memorialkultur von der Reformation bis zum VormĂ€rz. Niemeyer, TĂŒbingen 2006, S. 55. (abgerufen durch Verlag Walter de Gruyter).
cite-note-124124. â Irene Dingel: Philipp Melanchthon â Freunde und Feinde. In: Theologische Literaturzeitung. 135 (2010), Sp. 775â804. (online)
cite-note-125125. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 14.
cite-note-126126. â Markus Wriedt: Bildung, Schule und UniversitĂ€t. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 141â154, hier S. 146 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-127127. â Wilhelm Schmidt-Biggemann: Topik und Loci Communes: Melanchthons Traditionen. In: GĂŒnter Frank, Felix Mundt (Hrsg.): Der Philosoph Melanchthon. Berlin / Boston 2012, S. 77â94, hier S. 92 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Vgl. auch: Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 172â175.
cite-note-128128. â Markus Wriedt: Bildung, Schule und UniversitĂ€t. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 141â154, hier S. 146, 148 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-129129. â Thorsten Fuchs: KrĂ€chzender Rabe oder singende Nachtigall? Der Dichter Philipp Melanchthon und sein poetisches Werk. In: GĂŒnter Frank, Felix Mundt (Hrsg.): Der Philosoph Melanchthon. Berlin / Boston 2012, S. 95â114, besonders S. 109â112 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-130130. â Matthias Pohlig: Zwischen Gelehrsamkeit und konfessioneller IdentitĂ€tsstiftung: lutherische Kirchen- und Universalgeschichtsschreibung 1546â1617. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2007, S. 175â189.
cite-note-131131. â Ulrich Reich: Mathematik. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 559â576 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-1328. Zitiert nach: Heinz Scheible: Melanchthon: Eine Biografie. Beck, MĂŒnchen 1997, S. 98.
cite-note-133133. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 135f.
cite-note-134134. â Martin Carrier: Nikolaus Kopernikus. C. H. Beck, MĂŒnchen 2001, S. 144â147. Zum gesamten Thema Kopernikus-Rezeption vgl. Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. MĂŒnchen 2016, S. 116â120.
cite-note-135135. â Wolf-Dieter MĂŒller-Jahncke: Zum Magie-Begriff in der Renaissance-Medizin und -Pharmazie. In: Rudolf Schmitz, Gundolf Keil (Hrsg.): Humanismus und Medizin. Acta humaniora, Weinheim 1984 (= Deutsche Forschungsgemeinschaft: Mitteilungen der Kommission fĂŒr Humanismusforschung. Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 99â116, hier: S. 111 f.
cite-note-136136. â Hier referiert nach: Claudia Brosseder: Im Bann der Sterne. Caspar Peucer, Philipp Melanchthon und andere Wittenberger Astrologen. Akademie Verlag, Berlin 2004, S. 12 und 16.
cite-note-137137. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 137f. Vgl. MBW 8288.
cite-note-138138. â Hans Volz: Melanchthons Anteil an der Lutherbibel. In: Archiv fĂŒr Reformationsgeschichte 45, 1945, S. 196â233, hier besonders S. 200â205 und 213â216. Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation, MĂŒnchen 2016, S. 178â180.
cite-note-139139. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 389â391. Ders.: Melanchthon. Vermittler der Reformation, MĂŒnchen 2016, S. 186â189. Vgl. auch Confessio Augustana, Artikel 18: âVom freien Willen wird so gelehrt, daĂ der Mensch in gewissem MaĂe einen freien Willen hat, Ă€uĂerlich ehrbar zu leben und zu wĂ€hlen unter den Dingen, die die Vernunft begreift.â
cite-note-140140. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 391f. Vgl. auch Confessio Augustana, Artikel 20: âFerner wird gelehrt, daĂ gute Werke geschehen sollen und mĂŒssen ⊠um Gottes willen und zu Gottes Lob. Der Glaube ergreift immer nur die Gnade und die Vergebung der SĂŒnde; und weil durch den Glauben der Heilige Geist gegeben wird, darum wird auch das Herz befĂ€higt, gute Werke zu tun.â
cite-note-141141. â Confessio Augustana, Artikel 7.
cite-note-142142. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 393f.
cite-note-143143. â Christoph Strohm: Jurisprudenz. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 495â506, Zitat S. 500f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-144144. â JĂŒrgen Helm: Die Galenrezeption in Philipp Melanchthons De anima (1540/1552). In: Medizinhistorisches Journal. 31/3 (1996), S. 298â321, hier S. 300f., 316â319.
cite-note-145145. â JĂŒrgen Helm: Medizin. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 507â514 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-146146. â Walter Sparn: Altes Reich. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 611â646, hier S. 625 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-147147. â Ernst Koch: Konkordienformel. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 19, de Gruyter, Berlin / New York 1990, ISBN 3-11-012355-X, S. 476â483., hier S. 479.
cite-note-148148. â Johannes Wallmann: Das Melanchthonbild im kirchlichen und radikalen Pietismus. In: Ders.: Pietismus-Studien. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2008, S. 168â181, hier S. 171.
cite-note-149149. â Johannes Wallmann: Das Melanchthonbild im kirchlichen und radikalen Pietismus. In: Ders.: Pietismus-Studien. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2008, S. 168â181, hier S. 175.
cite-note-150150. â Walter Sparn: Altes Reich. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 611â646, hier S. 626 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-151151. â Remigius Wasomburg, Cardanus Parcus, Samson Hamiochus, Erasmus Vignon: FAMA POSTHUMA / Reverendi & ClariS. / VIRI Domini / PHILIPPI MELAN- / CHTHONIS, / Europae PhĆnicis, communis / bonorum omnium, / Praeceptoris. Frankfurt 1560, S. 3: De Philippo Melanchthone, commune GermaniĂŠ Praeceptore. Vgl. William Hammer: Die Melanchthonforschung im Wandel der Jahrhunderte: Ein beschreibendes Verzeichnis. Band 1: 1519â1799. Mohn, GĂŒtersloh 1967, S. 202f. (Nr. 270).
cite-note-152152. â GĂŒnter Frank (Hrsg.): Vorwort. In: Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. v. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-153153. â Heinz Scheible: Melanchthon als akademischer Lehrer. In: Ders.: AufsĂ€tze zu Melanchthon (= SpĂ€tmittelalter, Humanismus, Reformation. Band 59). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2010, S. 75â90, hier S. 77â79.
cite-note-154154. â Walter Sparn: Altes Reich. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 611â646, hier S. 613f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-155155. â Walter Sparn: Altes Reich. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 611â646, hier S. 616 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-156156. â Walter Sparn: Altes Reich. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 611â646, hier S. 622 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-157157. â Tarald Rasmussen: Skandinavien. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 647â658, hier S. 649 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-158158. â Tarald Rasmussen: Skandinavien. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 647â658, hier S. 652f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-159159. â Tarald Rasmussen: Skandinavien. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 647â658, hier S. 655f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-160160. â Stefan Rhein: Melanchthon und Europa: Eine Spurensuche. In: Philipp Haustein (Hrsg.): Philipp Melanchthon, ein Wegbereiter fĂŒr die Ăkumene (= Bensheimer Hefte. Band 82). Göttingen 1997, S. 46â63, hier S. 46f.
cite-note-161161. â Stefan Rhein: Melanchthon und Europa: Eine Spurensuche. In: Philipp Haustein (Hrsg.): Philipp Melanchthon, ein Wegbereiter fĂŒr die Ăkumene (= Bensheimer Hefte. Band 82). Göttingen 1997, S. 46â63, hier S. 61f.
cite-note-162162. â Karin Maag: Schweiz. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 739â744 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-163163. â Martin H. Jung: Melanchthon und die reformierte Frömmigkeit. In: Andreas J. Beck (Hrsg.): Melanchthon und die Reformierte Tradition. Göttingen 2016, S. 89â106, hier S. 93, besonders Anm. 12. Matthias Freudenberg: Melanchthon und die Bekenntnisbildung II. Reformiertentum. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 179â191, hier S. 180 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-164164. â Herman J. Selderhuis: Niederlande. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 683â700, hier S. 688 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-165165. â Christoph Strohm: Entstehung des Heidelberger Katechismus, theologisches Profil und Forschungsgeschichte. In: Evangelische Theologie. Band 72, 2012, S. 406â419 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-166166. â Herman J. Selderhuis: Niederlande. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 683â700, hier S. 689â691 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Frank van der Pol: A Seventeenth Century Reformed-Pietistic Portrait of Melanchthon from the Netherlands. In: Andreas J. Beck (Hrsg.): Melanchthon und die Reformierte Tradition. Göttingen 2016, S. 165â174, hier S. 165.
cite-note-167167. â Matthias Freudenberg: Melanchthon und die Bekenntnisbildung II. Reformiertentum. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 179â191, hier S. 181f., 185 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-168168. â Karl Holl: Die Rechtfertigungslehre in Luthers Vorlesung ĂŒber den Römerbrief mit besonderer RĂŒcksicht auf die Frage der HeilsgewiĂheit. In: Zeitschrift fĂŒr Theologie und Kirche. 20/4 (1910), S. 245â291, hier S. 263. Vgl. Heinz Scheible: Das Melanchthonbild Karl Holls. In: Ders.: AufsĂ€tze zu Melanchthon. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2010, S. 447â462.
cite-note-169169. â Matthias Freudenberg: Melanchthon und die Bekenntnisbildung II. Reformiertentum. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 179â191, hier S. 187 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-170170. â Thomas Kaufmann: Evangelische Reformationsgeschichtsforschung nach 1945: Gottfried SeebaĂ zum 70. Geburtstag. In: Zeitschrift fĂŒr Theologie und Kirche. 104/4 (2007), S. 404â454, hier S. 440.
cite-note-171171. â Wolfgang Trillhaas: Philipp Melanchthon, der Ethiker der Reformation. In: Evangelische Theologie 6, 1946/47, S. 389â403, hier S. 391 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-172172. â Heinz Scheible: Melanchthon, Philipp (1497â1560). Berlin / New York 1992, S. 394.
cite-note-173173. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 151f.
cite-note-174174. â Thomas Fuchs: Rezension von: Heinz Scheible: Melanchthon. Vermittler der Reformation. Eine Biographie, MĂŒnchen: C. H. Beck 2016. In: sehepunkte. 17 (2017), Nr. 10 (15. Oktober 2017).
cite-note-175175. â Scheible, Heinz: Melanchthon. Vermittler der Reformation. Eine Biographie. MĂŒnchen: C. H. Beck 2016. Besprochen von Peter Baumgart. In: Jahrbuch fĂŒr die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 64/1 (2019), S. 250â252 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-176176. â Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit. Göttingen 2010, S. 152. Vgl. EuropĂ€ische Melanchthon-Akademie Bretten.
cite-note-177177. â Siegfried Wiedenhofer: Der römische Katholizismus und Melanchthon. In: Philipp Haustein (Hrsg.): Philipp Melanchthon, ein Wegbereiter fĂŒr die Ăkumene (= Bensheimer Hefte. Band 82). Göttingen 1997, S. 64â78, hier S. 65. Siegfried Wiedenhofer: Zum katholischen Melanchthonbild im 19. und 20. Jahrhundert. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie. 102/4 (1980), S. 425â454, hier S. 431, 445.
cite-note-178178. â Siegfried Wiedenhofer: Der römische Katholizismus und Melanchthon. In: Philipp Haustein (Hrsg.): Philipp Melanchthon. Wegbereiter fĂŒr die Ăkumene (= Bensheimer Hefte. Band 82). Göttingen 1997, S. 64â78, hier S. 71f.
cite-note-179179. â Siegfried Wiedenhofer: Zum katholischen Melanchthonbild im 19. und 20. Jahrhundert. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie 102/4 (1980), S. 425â454, hier S. 450f.
cite-note-180180. â Siegfried Wiedenhofer: Zum katholischen Melanchthonbild im 19. und 20. Jahrhundert. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie 102/4 (1980), S. 425â454, hier S. 453.
cite-note-181181. â Maria Lucia Weigel: Melanchthon-Bildnisse in Geschichte und Gegenwart. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 73â96, hier S. 73 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
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cite-note-184184. â Maria Lucia Weigel: Melanchthon-Bildnisse in Geschichte und Gegenwart. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 73â96, hier S. 76f., 89f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-185185. â Maria Lucia Weigel: Melanchthon-Bildnisse in Geschichte und Gegenwart. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 73â96, hier S. 77 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
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cite-note-190190. â Stefan Rhein: Lucas Cranach der JĂŒngere und Philipp Melanchthon. Zu den Spuren einer Wittenberger Beziehung. In: Elke A. Werner, Anne Eusterschulte, Gunnar Heydenreich (Hrsg.): Lucas Cranach der JĂŒngere und die Reformation der Bilder. Hirmer, MĂŒnchen 2015, S. 43â51, hier: S. 47.
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cite-note-193193. â Christine Magin: DI102 Inschriften Stadt Stralsund. In: inschriften.net. Abgerufen am 3. Juli 2023.
cite-note-194194. â Maria Lucia Weigel: Melanchthon-Bildnisse in Geschichte und Gegenwart. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 73â96, hier S. 79 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-195195. â Maria Lucia Weigel: Melanchthon-Bildnisse in Geschichte und Gegenwart. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 73â96, hier S. 91f. (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-196196. â Maria Lucia Weigel: Melanchthon-Bildnisse in Geschichte und Gegenwart. In: GĂŒnter Frank (Hrsg.): Philipp Melanchthon: Der Reformator zwischen Glauben und Wissen. Berlin / Boston 2017, S. 73â96, hier S. 93 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
cite-note-197197. â Sibylle Harksen: Bildnisse Philipp Melanchthons. In: Philipp Melanchthon. Humanist, Reformator, Praeceptor germaniae. Ausstellungskatalog. Akademie-Verlag, Berlin 1963, S. 270â287, hier S. 283.
cite-note-198198. â Sibylle Harksen: Bildnisse Philipp Melanchthons. In: Philipp Melanchthon. Humanist, Reformator, Praeceptor germaniae. (Ausstellungskatalog). Akademie-Verlag, Berlin 1963, S. 270â287, hier S. 284.
cite-note-199199. â GeschĂ€ftsstelle âLuther 2017â (Hrsg.): Jahrbuch 2010: Reformation und Bildung. Berlin o. J., besonders S. 7â12 und S. 16â29. (PDF)
cite-note-200200. â GeschĂ€ftsstelle âLuther 2017â (Hrsg.): Jahrbuch 2010: Reformation und Bildung. Berlin o. J, S. 48f. (PDF)
cite-note-201201. â Brian G. Marsden, Gareth V. Williams: (7906) Melanchton = 3081 P-L. (PDF; 2,7 MB) In: The Minor Planet Circulars / Minor Planets and Comets 32790. Minor Planet Center, Smithsonian Astrophysical Observatory, 5. Oktober 1998, S. 230, abgerufen am 27. August 2018 (englisch).
cite-note-202202. â Karl Back: Die Melanchthons-Birne im Superintendenten-Garten zu Pegau. BroschĂŒre ohne Ort und Jahr (nach 1850). Vgl. Wilhelm Hammer: Die Melanchthonforschung im Wandel der Jahrhunderte. Band 2, Heidelberg 1968, S. 146.
cite-note-203203. â Frieder Schulz: Das GedĂ€chtnis der Zeugen. Vorgeschichte, Gestaltung und Bedeutung des Evangelischen Namenkalenders. In: Jahrbuch fĂŒr Liturgik und Hymnologie, Band 19. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1975, S. 69â104, hier S. 96. (Digitalisat)
cite-note-204204. â Gail Ramshaw, Mons Teig: Keeping Time: The Churchâs Years (= Using Evangelical Lutheran Worship. Band 3). Augsburg Fortress, Minneapolis 2009, S. 218f. und 245.
cite-note-205205. â The Lutheran Church, Missouri Synod: Calendar of Commemorations.
cite-note-206206. â Harald Bollbuck: Rezension von: Martin H. Jung: Philipp Melanchthon und seine Zeit, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010. In: sehepunkte. 11 (2011), Nr. 1, 15. Januar 2011, abgerufen am 31. Juli 2021.
cite-note-207207. â Vgl. dazu die Besprechung von Volker Leppin in: Theologische Literaturzeitung, September 2017, S. 935â936 (Artikelanfang online).